BRÜSSEL
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Kampf um EVP-Spitzenkandidatur: Barnier fordert Juncker heraus - Dombrovskis auch Kandidat

Im Kampf um die Spitzenkandidatur der Europäischen Volkspartei (EVP) für die Europawahl fordert EU-Kommissar Michel Barnier den früheren luxemburgischen Premier Jean-Claude Juncker heraus. „Ich bin entschlossen, diese Kandidatur konsequent bis zum Ende zu führen“, sagte der Binnenmarkt-Kommissar Barnier der „Welt am Sonntag“. Es gehe um die Wahl des besten Kandidaten, „um der EVP den Sieg bei der Europawahl zu ermöglichen“.

Neben Barnier (63) und Juncker (59) bewirbt sich auch der kürzlich zurückgetretene lettische Ministerpräsident Valdis Dombrovskis. Der 42-Jährige wurde am Samstag in Riga offiziell von seiner Partei Vienotiba nominiert. Offiziell will die EVP ihren Spitzenkandidaten bei einem Kongress am 6. und 7. März in Dublin nominieren. Als Favorit gilt Ex-Premier Juncker, der anscheinend auch die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben soll.

Donald Tusk will nicht kandidieren

Polens Regierungschef Donald Tusk trat am Samstag Spekulationen über einen möglichen Wechsel in ein EU-Spitzenamt entgegen. „Ich muss diejenigen enttäuschen, die die Daumen drücken, dass ich aus Polen weggehe“, sagte er in Warschau. „Ich bin daran interessiert, die Arbeit in Polen abzuschließen. Die Legislaturperiode dauert noch eineinhalb Jahre.“ Schon früher hatte Tusk einen Wechsel nach Brüssel vor der Parlamentswahl in Polen im Herbst 2015 ausgeschlossen.

Grüne und Liberale ziehen jeweils miteiner Doppelspitze in den Wahlkampf

Bei der Europawahl im Mai kandidieren die Spitzenkandidaten der Parteienfamilien für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Das Mandat von Amtsinhaber José Manuel Barroso läuft Ende Oktober aus.

Die europäischen Sozialdemokraten gehen mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz ins Rennen, derweil die Grünen mit der 32-jährigen deutschen Europaabgeordneten Ska Keller und dem Franzosen José Bové als Spitzenkandidaten in den Europawahlkampf ziehen, und die Liberalen mit dem früheren belgischen Regierungschef und heutigen Europaabgeordneten Guy Verhofstadt, sowie EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn.