LUXEMBURG
SVEN WOHL

Die Pandemie wird online wie auch offline von Kriminellen genutzt

Die Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Kriminelle nutzen sie jedoch, um ihre Aktivität weiter zu fördern. Neben einem Anstieg von Cyberkriminalität hält Interpol allerdings auch fest, dass Terroristen und international agierende Banden die Krise zu ihren Gunsten nutzen. In einem virtuellen Meeting kamen die Anführer der regionalen Polizeikräfte zusammen, um die Herausforderungen der Covid-19-Krise und eine bessere Zusammenarbeit zu sprechen. Laut Mitteilung von Interpol sollen unter anderem mafiöse Organisationen ihren Einfluss innerhalb der Agrarwirtschaft, des Transports, Reinigungsservices und Müllentsorgung weiter ausgebaut haben. Man befürchte zudem, dass sobald ein Impfstoff vorhanden sei, die organisierte Kriminalität alles daran setze, diesen innerhalb des Schwarzmarktes zu verwerten.

Dialog und Kooperation

„Die Notwendigkeit für eine Kooperation innerhalb der Strafverfolgung, um mit den sich weiterentwickelnden und unerwarteten Gefahren mithalten zu können, war noch nie größer“, so Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock. Durch Dialog und Kooperation könne man so eine gemeinsame Front gegen das organisierte Verbrechen aufbauen, so der Generalsekretär. Denn genau so wenig wie das Virus und das Verbrechen Grenzen kenne, müsste auch die Polizei grenzübergreifend kooperieren.

Mit Cyber-Checkliste sicherer sein

Während man sich auf eine gemeinsame Strategie für die Post-Corona-Zeit einigte, wurde jedoch auch betont, dass der Kampf gegen die Cyberkriminalität fortgesetzt wird. „Cyberkriminelle diversifizieren ihre Angriffsvektoren, um Cyberangriffe zu starten, die den COVID-19-Ausbruch ausnutzen“, erklärte Craig Jones, Interpols Direktor für Cyberkriminalität. In diesem Kontext läuft bereits seit Beginn diesen Monats eine Kampagne, die bei jedem zu einer besseren Cyberhygiene führen soll. Denn nicht nur das regelmäßige und gründliche Händewaschen sei in dieser Pandemie unabdingbar, sondern auch in den digitalen Sphären sollte man es Angreifern so schwer wie möglich machen.

Zu diesem Zweck veröffentlichte Interpol eine Cyber-Checkliste: Hier solle man wichtige Daten sowohl offline als auch online mehrmals abspeichern und sichern. Jeder müsse für sichere Passwörter sorgen und die Privatsphäre-Einstellungen auf den sozialen Netzwerken nochmals überprüfen. Antivirensoftware solle stets auf dem neuesten Stand gehalten werden, genau so wie auch die Systemsoftware. Verdächtige E-Mails sollen gar nicht erst geöffnet werden, um etwa Phishing vorzubeugen. Wie aktuell diese Tipps immer noch sind, zeigte anfangs vergangener Woche die Nachricht, dass Luxtrust-Nutzer Zielscheibe von Phishing-Attacken wurden.

Mehr Informationen finden Sie unter: tinyurl.com/cybercovid