MÜLLERTHAL
INGO ZWANK

Naturpark Mëllerdall besteht nun ein Jahr - Verantwortliche ziehen sehr positive Bilanz

Eine Bilanz, die sich sehenlassen kann: 2016 wurde der Naturpark Mëllerdall gegründet, er ist damit der jüngste Luxemburger Naturparks. Am Montag stellte der Naturpark mit Präsident Camille Hoffmann in Anwesenheit von Umweltministerin Carole Dieschbourg und Kulturstaatssekretär Guy Arendt eine erste Bilanz der Aktivitäten vor. Im Osten des Großherzogtums, an der Grenze zu Deutschland, haben sich 12 Gemeinden mit insgesamt 256 km² Fläche und rund 23.000 Einwohnern zusammengeschlossen, um den Naturpark Mëllerdall zu gründen. Der Naturpark Mëllerdall umfasst die 12 Gemeinden: Beaufort, Bech, Berdorf, Consdorf, Echternach, Fischbach, Heffingen, Larochette, Mompach, Nommern, Rosport und Waldbillig, wie Liette Mathieu vom „Département de l’aménagement“ und Claude Petit vom Naturpark ausführten.

Was nun die Arbeit anbelangt, so wurde anfangs ein Projekt für Ideen ins Leben gerufen. „Es wurde gesammelt“, sagte Petit, und von den 101 Ideen wurde bereits im ersten Jahr 32 Prozent umgesetzt. 33 Prozent der Ideen umfassen hier den Bereich Landwirtschaft und -schutz, 21 Prozent drehen sich um die regionale Identität, 13 Prozent jeweils um das Kulturerbe und auch alternative Energien und Forstwirtschaft. So arbeitet der Park im Rahmen dieses Interreg VA Projektes beispielsweise die Thematik der Trockenmauern auf. Zusammen mit fünf Projektpartnern aus der Großregion und zahlreichen strategischen Partnern stellen wir einen Aktionsplan zum Erhalt und Wiederaufbau der Trockenmauern auf. „Zielsetzung des Projektes ist es, das Bewusstsein für diese alte Bautechnik zu stärken, ihre Vergangenheit und Ursprünge zu verstehen, das Fachwissen wiederherzustellen und ihre Inwertsetzung dauerhaft zu sichern, indem sie wieder in unseren Denkweisen und Gewohnheiten verankert wird“, sagte Petit. Um dieses Ziel zu erreichen, werde derzeit eine Bestandsaufnahme von Projektleiter Jo Goergen durchgeführt. „Wenn man von einem Projekt, das auf zehn Jahre ausgelegt ist, in 18 Monaten schon 60 Prozent Ideenrealisierung angegangen ist, dann ist das äußerst effektiv“, betonte Dieschbourg und dankte den Mitarbeitern für ihr Engagement.

Unesco Global Geopark

Doch damit nicht genug. Im November 2015 hat die Unesco mit den Unesco Global Geoparks eine weitere Kategorie von Unesco -Stätten - neben den Welterbestätten und den Biosphärenreservaten - geschaffen. Dieses Label will nun auch der Naturpark erhalten. Unesco Global Geoparks sind Gebiete mit geologischen Stätten und Landschaften von internationaler geowissenschaftlicher Bedeutung. „Diesen Wert machen die Unesco Gobal Geoparks durch ein ganzheitliches Konzept von Bildung, Schutz und nachhaltiger Entwicklung erlebbar, für Bewohner wie für Besucher“, sagte Simone Beck, Präsidentin der nationalen Unesco-Kommission. „Unesco Global Geoparks“ fördern Identifikation mit der Region, Tourismus und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Im Januar 2018 soll die Bewerbung von der Unesco bewertet werden. Im September 2018 steht dann der Beschluss an, „der entweder eine Annahme, eine Ablehnung oder eine zweijährige weitere Ausarbeitungsphase zur Folge hat“, sagt Petit. „Und hier wird eine gute Arbeit geleistet“, resümierte Arendt mit Blick auf die „lebens- und liebenswerte und die natürliche Region mit entsprechender Entwicklung“. Beste Voraussetzungen für das Label.