LUXEMBURG
NATALIA SLIOUTOVA

Spielekritik: "Assassin‘s Creed: Unity“

Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts: Die Reichen und Mächtigen feiern rauschende Feste, während das Volk langsam aber sicher verhungert. Die Gemüter erhitzen sich und die Rufe nach Revolution werden immer lauter. Inmitten des ganzen Chaos bekommt die Bruderschaft der Assassinen ein neues Mitglied: Arno Dorian. Nachdem sowohl der leibliche wie auch Adoptivvater des jungen Arno unter mysteriösen Umständen umkommen, gibt es nichts, was diesen auf seinem Rachefeldzug aufhalten kann. Ein neuer Assassine ist somit geboren und tritt in die berühmt-berüchtigten Fußstapfen von Legenden wie Altaïr und Ezio.

Unüberwindbare Plattformkluft

Ubisoft bringt mit „Assassin’s Creed: Unity“ zum siebten Mal eine Ausgabe des beliebten Open-World-Actiongames auf den Markt. Diesmal darf der Spieler die französischen Revolution hautnah miterleben und die Straßen und Dächer Frankreichs unsicher machen. Klettern, Schleichen und Meucheln bilden dabei die altbekannte Strategie eines jeden „Assassin’s Creed“-Titels und sind auch hier nicht wegzudenken. Obwohl historisch nicht immer ganz korrekt, erlebt man beim Durchspielen viele historische Momente und trifft auf bekannte Persönlichkeiten der Epoche, die einem das Herz höher schlagen lassen .

Doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt: Nach der Veröffentlichung vermeldeten viele PC-Spieler gravierende Probleme, wie zum Beispiel die schlechte Bildqualität, häufige Glitches und niedrig aufgelöste Texturen. In manchen Fällen fiel Arno durch Dächer und Straßen, was dazu führte, dass man aus dem Spiel geworfen wurde. Dann wiederum begegnete man plötzlich Nichtspieler-Charaktere ohne Gesichts- oder Kopftextur, was einem das Gefühl gab, in „Sleepy Hollow“ gelandet zu sein. Spieler der PlayStation-Version schienen derzeit keine derartigen Schwierigkeiten mit dem Spiel zu haben. Mit der Ausnahme eines einzigen Glitches habe ich keine größeren Störungen zu vermelden.

Grafik und Texturen sind perfekt ausbalanciert, Nichtspieler-Charaktere haben alle ein Gesicht und Arnos Bewegungen sind fließend und schnell. Es scheint ganz so, als hätte Ubisoft wieder einmal beschlossen, Konsolen den Vorzug zu geben und die PC-Spieler leiden zu lassen.

Schneller ist nicht besser

Der neue Titel wäre ganz sicher ein weitaus größerer Erfolg, hätten die Macher dem Ganzen etwas mehr Zeit gegeben. Anstatt dem weitverbreiteten Usus zu folgen und auf Teufel komm raus ein unfertiges Spiel herauszubringen, hätten ein paar mehr Monate dem Spiel gut getan. Die Tatsache, dass man sich bei verschiedenen Seiten anmelden muss, um an Bonus-Material heranzukommen, bremst den Spielspaß um einiges ab. Wie üblich irritiert bei der PC-Version auch Ubisofts eigener, obligatorischer „U-Play“-Dienst, der von mir verlangt, stets online zu sein. Sogar die durchaus interessante Geschichte und die atemberaubende Ausblicke von den Kirchentürmen können die vielen Fehler und Probleme des Spiels nicht übertünchen, was recht enttäuschend ist.