LUXEMBURG
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„Bauernzentral“ wehrt sich: Wir sind nicht Schuld an Überschwemmungen

Die „Bauernzentral“ ist sauer. In einer geharnischten Pressemitteilung wehrte man sich gestern gegen den Eindruck, dass die Bauern Schuld an den Überschwemmungen in der Gegend um Medernach, Ermsdorf und Cruchten sind. Nach den Ereignissen hätte bereits der Direktor des Wasserwirtschaftsamtes Monokulturen sowie die Verdichtung des Bodens als Ursachen für die Überschwemmungen angeführt, nun rückte ein Artikel im „Wort“ einmal mehr die Landwirtschaft in ein schiefes Licht.

Unberechtigt und unhaltbar sei dies. „Hierzulande kann weder die Rede sein von Monokulturen noch von übermäßigem Anbau von Mais; landesweit sind mehr als 60 Prozent der Ländereien Grünland und gerade auch in der betroffenen Region im Ernztal dominieren Wiesen und Weiden“ heißt es in der Mitteilung. Die Landwirte seien sich der Problematik um den Maisanbau sowie der Bodenerosion bewusst, es gebe allerdings Fakten, die anerkannt werden müssten, auch von der Ökolobby, auch von einem im „Wort“-Artikel zitierten Umweltexperten.

Die wahren Ursachen suchen

Die Bauernzentrale macht darauf aufmerksam, dass am 23. Juli innerhalb kürzester Zeit nicht nur 20 oder 30 Liter Regen niedergegangen sind, sondern 80 Liter und mehr pro Quadratmeter. Unabhängig vom Bewuchs könne kein Boden, selbst wenn er nicht wie zu dem Zeitpunkt durch die massiven Niederschläge der Vorwochen bereits völlig gesättigt gewesen wäre, derartige Wassermassen aufnehmen. Anstatt jedoch die Wucht dieser äußerst massiven Niederschläge anzuerkennen, suche man lieber die Schuld für die Überschwemmungen in der Landwirtschaft beziehungsweise dem Einsatz von Maschinen und dem Maisanbau. Als besonders verwerflich empfindet es die Bauernzentrale, wenn versucht wird, mit dem Schreckbild der Chemie („chemische Düngemittel und Pestiziden“ im angeschwemmten Schlamm) unberechtigte Angstmacherei zu betreiben, um noch zusätzlich gegen die Landwirtschaft zu wettern.

Ein im „Wort“-Artikel zitierter ASTA-Beamter weise darauf hin, dass die Untersuchungen vor Ort nicht darauf schließen ließen, dass die Sturzbäche ihren Anfang in den Maisfeldern nahmen. Fest stehe auch, dass das angeschwemmte Geröll bzw. die angeschwemmten Böden in Medernach, Ermsdorf, Cruchten und Larochette vor allem aus den Wäldern und nicht aus etwaigen Maisfeldern stammten. Die Bauernzentrale führt an, dass bei der Suche nach möglichen Ursachen ebenfalls die so genannte naturnahe Bewirtschaftung der Wasserläufe ernsthaft auf den Prüfstand genommen werden muss: Mit im Flussbett liegen gelassenen Ästen und Baumstämmen beispielsweise, wird der Abfluss des Wassers behindert, womit auch kleine Bäche sich sehr schnell zu reißenden Gewässern verwandeln können.

Von all dem werde jedoch kaum geredet, sondern es sei halt leichter, der Landwirtschaft den Schwarzen Peter zuzuschieben, selbst wenn damit die eigentlichen Probleme nicht gelöst würden, beschweren sich die Landwirte.