LUXEMBURG
DANIEL OLY

Knapp dreizehn Jahre nach ihrer Gründung und nach fast einem Jahr auf dem Campus Belval zog die Universität Luxemburg mit ihrem Rektor Rainer Klump am Donnerstag Bilanz und wagte zugleich einen Blick in die Zukunft. Im vergangenen Jahr habe man viel erreicht: Neue nationale und internationale Partner haben so beispielsweise das Studienangebot verbessert und gleichzeitig für mehr Professionalität gesorgt.

Darunter eine Verbindung zum renommierten „Massachussets Institute of Technology“ (MIT) in den USA. Auch auf nationalem Plan haben sich Erfolge eingestellt, zum Beispiel bei der Zusammenarbeit mit der „Maison A. Losch“. Das Resultat ist eindeutig: Im „Times Higher Education“ (THE)-Ranking der besten Universitäten weltweit sprang die Universität Luxemburg um fünfzehn Plätze nach vorn - vom 193. auf den 178. Platz. „Bei dem Tempo sind wir in 15 Jahren die Nummer eins“, scherzte Rektor Klump. Darauf muss er nicht einmal warten, denn: Die Universität belegt bereits einen ersten Platz - nämlich im THE-Ranking der besten internationalen Universitäten. Im Ranking der besten jungen Universitäten belegt man den hervorragenden 14. Platz und ist damit in guter Gesellschaft: Universitäten aus Lausanne oder Maastricht sind sehr gute Maßstäbe. „Es bereitet mir große Freude zu sehen, wie sich die Situation der Universität stetig bessert“, meinte Klump zu den anhaltend guten Resultaten.

Die inneren Werte

Das große selbsterklärte Ziel ist denn auch, in zehn Jahren dieses Ranking, das THE „150 under 50“-Ranking, unter den besten Zehn zu belegen. Das gehe laut Klump selbstverständlich nur, wenn der bisherige Kurs auch rigoros fortgeführt werde: „Wir müssen uns auf unsere drei Kernkompetenzen - die Digitalisierung, die Europäische Mission und die Verankerung in Luxemburg - konzentrieren, wenn wir weiterhin erfolgreich sein wollen“.

Die Digitalisierung wird weiter groß geschrieben: Auch im Hinblick auf den Start in die neue Industrierevolution „4.0“ sieht sich die Universität in der Pflicht, die nötigen Kompetenzen herauszubilden um die Spezialisten von Morgen zu formen. „Die Digitalisierung spielt nicht nur im ICT-Sektor eine Rolle, sondern auch im Bereich der Medizin oder der Mechanik“, erklärt Klump. Das jüngst gegründete Zentrum für Zeitgeschichte soll dabei Schule machen: Hier wird sich bereits stark auf die Digitalisierung der Forschung konzentriert. Unterstützend soll bis Ende 2018 zudem das „University Learning Centre“ am Campus Belval entstehen: Eine große und zentral gelegene Universitätsbibliothek.

Die Universität Luxemburg soll damit ihren Ruf einer innovativen und erfolgreichen Universität festigen. Einer Universität, bei der Pioniergeist und Fortschritt eine enorme Rolle spielen sollen und Internationalität und Mehrsprachigkeit auch weiterhin ein großes Thema sind. So unterstrich Klump die Mehrsprachigkeit des Kursangebotes, das bis zum Masterstudium auf Vielsprachigkeit der Studenten setzt.

Mehr Studentenleben

Gleichzeitig soll die Universitätskultur gefördert werden. Klump räumt dabei ein, dass es insbesondere zu Beginn in Belval nicht gerade leicht war, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen, weil sich das Gebiet noch größtenteils im Bau befand. Es habe auch nicht geholfen, dass sich teile der Universität noch immer am Campus Limpertsberg, respektive am Kirchberg, befinden. Neue Projekte wie die Verwendung eines ehemaligen „Fonds de Belval“-Containers soll Studenten jetzt mehr Möglichkeiten zum extrakurrikulären Austausch geben. Offenheit, Diversität und Mehrsprachigkeit sollen so auch weiter gefördert werden.

Mit einem prall gefüllten Kalender will die Universität somit in die Zukunft blicken, zusammen mit dem neuen, respektive verlängerten Rektoratsteam, dem ab Januar 2017 mit der Geophysikerin Tonie van Dam aus den USA auch erstmals eine Vizerektorin angehört. Sie wird sich insbesondere um die Doktorandenausbildung und die internationalen Beziehungen der Universität kümmern. Gemeinsam werde man dann beispielsweise mit der Regierung über Sujets wie die Zukunft der Bebauungsfläche verhandeln oder mit nationalen Partnern wie dem Nationalen Forschungsfonds neue Projekte starten.