LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Das Wunder von Bern“: Interviews mit Tetje Mierendorf, Gil Mehmert und Martin Lingnau

Im Rahmen der Hamburger Medienpremiere des Musicals „Das Wunder von Bern“ im neuen Stage Theater an der Elbe, hatten die Reporter die Möglichkeit, mit den Machern und Schauspielern/innen zu reden.

Pfarrer Keuchel

Tetje Mierendorf dürfte dem Fernsehpublikum als Darsteller aus der Serie „Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter“ bekannt sein. Er spielte auch in „Schillerstraße“ oder „Frei Schnauze“ mit. Im neuen Stage-Musical spielt er ein paar kleine Rollen, wie u. a. die des Pfarrers Keuchel. In der Soutane kann er sogar einen kurzen Moment seine markante Stimme mit dem Song „An Wunder glaubt doch jeder“ unter Beweis stellen. Daher die Frage des „Journal“-Kritikers: „Stellten die Rollenwechsel keine Probleme dar?“

„Überhaupt nicht!“, sagte der sympathische Schauspieler wie aus dem Rohr geschossen. „Am Anfang hatte ich etwas Angst, dass es mit dem Umkleiden nicht klappen würde. Aber das war schließlich kein Problem.“

Vom Bankkaufmann zum Musicalschauspieler

Auf die Frage, ob er sich nun definitiv dem Musical gewidmet hätte, nachdem er auch in der Hamburger Fassung von „Sister Act“ mitgespielt hat, erklärte er: „Ursprünglich komme ich ja vom Musical! Ich habe damit angefangen. Das lustige ist ja, dass die Fernsehsachen eigentlich die Nebensachen waren.“

Und effektiv steht in seine Biografie, dass er sich nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann der Musik widmete und in Musicals wie „Grease“, „Der kleine Horrorladen“ oder „Buddy Holly“ mitspielte.

Zusammen stark: Regisseur und Komponist

Regisseur Gil Mehmert hat sich als Musical-Regisseur einen Namen gemacht. Seine letzten Inszenierungen waren „Les Misérables“ in Magdeburg und „Jesus Christ Superstar“ in Bonn. Für „Das Wunder von Bern“ hat er ebenfalls das Buch geschrieben. Aber wer hat sich diese tolle Schlussszene einfallen lassen?

„Zusammen mit Martin Lingnau habe ich diese Szene konzipiert“, antwortete er. Komponist Martin Lingnau, der mit „Heiße Ecke“ und „Villa Sonnenschein“ zwei Dauerhits in der Hansestadt laufen hat, wie auch mit „Der Schuh des Manitu“ und „Die Königs vom Kiez“ große Erfolge feierte, erklärte des Weiteren: „Das ist eine große Zusammenkunft von verschiedenen kreativen Energien. Ich habe 2011 die Schi-WM gemacht. Da habe ich so eine Kletterei mit Musik verbunden. Dann dachte ich, es wäre gut, den Gil einzuweihen.“

Eigenständigkeit trotz Vorlage

„Wie inspirierten Sie sich, um die Musik zu ‚Das Wunder von Bern‘ zu komponieren?“, wollte der „Journal“-Kritiker wissen.

„Weil der Film eine ehrliche Emotionalität hat, muss man versuchen eine Musiksprache zu finden, die genau so ist. Das war die große Aufgabe, die nicht so einfach war.“, erklärte der Komponist und meinte weiter: „Wir haben den Film natürlich ein paar Mal gesehen. Aber dann muss man das irgendwann zu seinem eigenen machen. Wir haben den Film gar nicht mehr angeschaut und angefangen, unser eigenes Baby daraus zu bauen. Man lernt die Figuren kennen, und dann denkt man, was sind gute Momente für die Figuren, wo könnten Lieder sitzen. Man baut zusätzliche Szenen ein. (…) Und das kann anders und ganz neu sein, als im Film. Wir machen ja ein Musical, ein anderes Medium als der Film, insofern haben wir uns davon gelöst und etwas Neues erschaffen.“

Und das ist dem ganzen Kreativ-Team hervorragend gelungen! „Das Wunder von Bern“ sollte auf jeden Fall auf dem Programm eines jeden Hamburg-Reisenden stehen!


Mehr Informationen zu dem Musical finden Sie auf www.hamburg.de/das-wunder-von-bern/