LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Jean-Paul Beck, Präsident des Landesverbands für Bienenzucht, zum Zustand der Bienenvölker

Das weiß ich noch nicht genau“, sagt Jean-Paul Beck, der Präsident des Landesverbands für Bienenzucht (APIS) auf die Frage, wie es den Bienenvölkern nach dem Winter derzeit geht. Aber gemäß dem, was der Imker, der seit 30 Jahren Bienen hegt und pflegt, „rechts und links“ so höre, sei es in diesem Jahr „keine Katastrophe“.

Foto: Editpress/Claude Lenert - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Claude Lenert

„Annus horribilis“ 2013

Ein „annus horribilis“ für die Bienenzucht war zuletzt 2013, als es nur noch 3.500 Bienenvölker und 291 Imker gab. Damals streckte man die Köpfe zusammen, um Lösungen für das Überleben der Bienenzucht in Luxemburg zu finden. Zu den Maßnahmen gehörten etwa die Einführung eines Bienenberaters, der Imker und angehende Imker bei der Zucht berät und ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot. „Hausbienen können Sie nicht allein lassen“, sagt Beck. Außerdem sei die Haltung deutlich komplexer geworden. Es gebe strengere Auflagen. Allein der Kampf gegen die berüchtigte Varroa-Milbe, ein blutsaugender, aus Asien eingeschleppter Parasit, der schnell ganze Bienenvölker zerstören kann, erfordere eine große Fertigkeit. Damit die Produkte, die gegen die Milbe eingesetzt werden, ihre maximale Wirkung entfalten, ohne Rückstände im Honig zu verursachen, müsse die Behandlung bei der richtigen Temperatur und über die genau richtige Dauer erfolgen, weiß Beck, der sich optimistisch zeigt hinsichtlich der Zukunft des Hausbienenbestands.

Bunte Gärten brauchen die Bienen

2018 wurden so etwa 7.000 Bienenvölker gezählt und 491 Imker, darunter auch immer mehr Frauen und junge Leute. Eine Entwicklung, die den APIS-Vorsitzenden erfreut. Weniger gut gehe es indes den Wildbienen, weiß der Experte. Sie litten unter einem enormen Druck durch Pestizide und abnehmende Biodiversität. „Viele dieser Völker sind Spezialisten, sie fliegen also nur auf bestimmte Blüten“, erklärte Jean-Paul Beck, „wenn diese weg sind, sind auch die Bienen weg“. Was man als Privatperson tun könne, um die Bienen zu unterstützen? „Wir brauchen mehr Farben, mehr verschiedene Pflanzen und Blüten“, sagt der APIS-Präsident. Dafür kann man schon im Vorgarten oder auf dem Balkon sorgen.