LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Invisible Sue“ ist eine luxemburgische Koproduktion

Helden mit Superkräften faszinieren nicht nur Kinder, sondern auch viele Erwachsene, was der Markt der Comics und die Verfilmungen solcher beweist. Im Film „Invisible Sue“ von Markus Dietrich träumt die zwölfjährige Sue (Ruby M. Lichtenberg) so zu sein, wie ihre Comic-Heldin Supermoon. Die luxemburgische Filmproduktionsfirma Amour Fou produzierte den Film zusammen mit der deutschen Ostlicht Filmproduktion.

Gedreht wurde hauptsächlich in Echternach, aber auch in Esch-Belval und Ettelbrück sowie in Deutschland in Weimar und Gotha. Der ursprüngliche Titel war „Die Unsichtbaren“, der in „Invisible Sue - Plötzlich unsichtbar“ umbenannt wurde.

Drei beste Freunde

In der Schule hat Sue keine Freunde, sondern wird von der Clique von Eileen (Lotte Tscharntke) gemoppt. Ihre Mutter Maria (Victoria Mayer) ist eine renommierte Wissenschaftlerin, die aber kaum Zeit für sie hat. Auch ihr Vater Christoph (Luc Schiltz) ist zu beschäftigt, als dass er sich für die Probleme seiner Tochter Zeit nimmt. Lediglich ein Mitschüler interessiert sich für sie, Tobi (Lui Eckhardt), als er erfährt, dass sie die Comics von Supermoon mag.

Als Sue ihre Mutter in ihrem Labor besucht, hat diese natürlich keine Zeit, sondern muss mit ihrem Boss Jonas Drill (Patrick Hastert) und Lenia (Jeanne Werner) über die neue Erfindung NT26D reden, eine Substanz, die Krankheiten heilen soll. Es kommt jedoch zu einem von Sue provozierten Unfall.

Ein Reaktor explodiert, und Sue kommt in Kontakt mit dieser Flüssigkeit. Sie entdeckt, dass Hitze sie unsichtbar macht, während Kälte sie wieder zum Vorschein bringt. Sie erzählt ihrer Mutter von ihren Fähigkeiten. Diese erkennt die Gefahr hinter der Erfindung und will sie zerstören.

Kindgerecht

Sie wird jedoch von Unbekannten entführt. Sue braucht dringend Hilfe, um ihre Mutter zu finden. Tobi und das Technik- und Computergenie Kaya, genannt „App“ (Anna Shirin Habedank), stehen ihr zur Seite. Der körperliche Kontakt mit Sue genügt, um auch sie unsichtbar werden zu lassen.

Der Film bietet kindgerechte Unterhaltung, mit einer einfach aufgebauten Spannung und Superhelden, die den Bösen den Garaus machen.

Die sprechende Hologramm-Blase

Den Erwachsenen könnte diese übertriebene Fantasie jedoch zu weit gehen. So kann „App“ mit der Hilfe eines Computers wirklich alles: Türen aufmachen, die Aufnahmen von Überwachungskameras einsehen oder ein Superhelden-Kostüm für Sue anfertigen. Schließlich taucht noch ein geheimnisvoller Helfer auf, der sich Alfred nennt und eine sprechende Hologramm-Blase ist. Spätestens hier werden sich zumindest die Erwachsenen an den Namen von Batmans Assistenten erinnern, aber alles andere als begeistert von einem weiteren unmöglichen Einfall sein.

Die Kinder werden diese Übertreibungen am wenigsten stören, da sie ins Idealbild einer Heldin mit speziellen Fähigkeiten passen. Etwas mehr Bodenständigkeit und Logik gegenüber den Naturwissenschaften hätten der Geschichte hinsichtlich der Akzeptanz durch Erwachsene und älteren Jugendlichen gut getan.