LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

„Möbius“-Regisseur Eric Rochant über seinen neuen Spielfilm

Sein Topstar Jean Dujardin hatte ihn durch die kurzfristige Absage im Stich gelassen. So musste Filmemacher Eric Rochant alleine, flankiert von seinem Produzenten-Team der Presse gestern Abend vor der offiziellen Premiere von „Möbius“ Rede und Antwort stehen. Dabei durfte vor allem interessieren, wieso er in seinem Spionagethriller der Liebesbeziehung zwischen dem Agenten Lioubov (Dujardin) und der Finanzexpertin Alice (Cécile de France) so viel Platz einräumt. Es gäbe, so der Franzose, wenige Formen der Liebe, denen heute noch etwas Verbotenes anhafte. Es sei ja in Sachen Liebe alles möglich und akzeptiert. Die beiden Protagonisten sind zwischen den intimen Momenten der Zweisamkeit und den Verpflichtungen ihren jeweiligen Staaten gegenüber hin und her gerissen. Sie versuchen ihren gemeinsamen Platz im Umfeld eines unsichtbaren Kampfes zu finden, der hinter den politischen Kulissen von den Staaten ausgefochten wird.

Für den Streifen der an der französischen Riviera und zum größten Teil auch in den Hallen der Luxexpo gedreht wurde, hatte Rochant die erstmalige Gelegenheit, mit Schauspieler Tim Roth zusammenzuarbeiten, der eine russischen Oligarchen verkörpert. Roths Charisma fasziniere ihn, so der Regisseur, „er ist ein fabelhafter Schauspieler“. Dass der Mime einem russischen Milliardär physisch ähnelt, der gerne in den britischen Fußball investiert, kommt ihm in dieser Rolle natürlich zugute.