TETINGEN
LIZ MIKOS

Der Tätowierer Yann Neumann machte sich bereits mit 21 Jahren selbstständig

Vor zwei Jahren wagte Yann Neumann (23) einen großen Schritt - er machte sich als Tätowierer selbstständig. Sein Shop „Lions Grave Tattoo“ in Tetingen ist seitdem der Ort an dem es seinen Kunden unter die Haut geht. Mit dem „Journal“ spricht der junge Tätowierer über seinen Beruf und wie er sich seinen Erfolg ermöglicht hat.

Wie wird man Tätowierer? Was muss man dafür tun?

Yann Neumann Eigentlich braucht vor allem drei Dinge: Disziplin, Engagement und Motivation. Eine offizielle Ausbildung für den Beruf gibt es nicht, das heißt, es gibt keine Diplome und eigentlich auch kaum Regeln, an die man sich halten muss, um sein Ziel zu erreichen. Als angehender Tätowierer muss man sich alles, oder zumindest extrem viel, selber erarbeiten. Wer Glück hat, findet einen Mentor, jedoch ist das auch nicht jedem vergönnt. Grundsätzlich kann jeder Tätowierer Dir eine andere Geschichte erzählen. Was wir allerdings alle gemeinsam haben, ist, dass der Weg mit sehr viel Arbeit und Eigeninitiative verbunden ist.

Wie bist Du dazu gekommen, Tätowierer zu werden?

Neumann Seit dem Beschluss, mir selbst ein Tattoo stechen zu lassen, war auch schnell mein Interesse am Beruf geweckt. Während meiner Zeit an der Universität habe ich mich dann nach und nach immer mehr mit dem Thema befasst und mich schlussendlich dazu entschieden, es ernsthaft zu probieren und auch durchzuziehen.

Was gefällt Dir besonders an Deinem Beruf?

Neumann Ich bin kein besonders guter Team-Player. Bereits zu Schulzeiten, wenn es um Gruppenarbeiten ging, erledigte ich lieber die Arbeit für zwei, anstatt jemandem hinterherzulaufen, damit derjenige auch etwas tut. In meinen Beruf bin ich allein und trage auch allein die Verantwortung. Wenn etwas gelingt, ist es allein mein Verdienst und wenn mal was nicht so glatt läuft, ist dies auch allein meine Schuld. So arbeite ich am liebsten.
Kann man gut von Deinem Beruf leben?

Neumann Natürlich kann man gut davon leben! Das ist allerdings sehr stark davon abhängig, wie viel Arbeitsmoral vorhanden ist.

Was für Erfahrungen hast Du bislang mit Deinen Kunden gemacht? Gibt es auch negative Erfahrungen?

Neumann Wie in jedem Beruf gibt es auch in meinem Kunden, die mal mehr und mal weniger angenehm sind. Aus blöden Situationen, wie zum Beispiel Kunden, die nicht zum Termin erscheinen, oder behaupten, sie hätten bereits gezahlt ,obwohl dies nicht der Fall war, habe ich jedoch immer recht schnell meine Konsequenzen gezogen und das Problem minimiert. Mit der Zeit lernt man aus so mancher Dummheit. Im Großen und Ganzen habe ich jedoch eine gute und verlässliche Kundschaft - und kann mich auch kaum beschweren.


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