CLAUDE KARGER

Im „Wort“ grassiert das Europawahlfieber. Der Leitartikler zeigte sich gestern jedenfalls arg begeistert über die nicht gerade ohne Schwierigkeiten zustande gekommene Kommissionspräsidentschaftskandidatur des JCJ und die Kommissarin an der Spitze der CSV-Liste, die diesmal übrigens laut RTL/Wort- „Politmonitor“ am 25. Mai nicht unbedingt ein drittes Mandat erringen wird. Aber Viviane und Jean-Claude hätten Aussicht auf EU-Spitzenposten, „mit Fug und Recht“ dürfe sich die CSV bei diesen Wahlen also „Europapartei“ nennen. Aha. Und die anderen? Tja, die Größe der Aufgabe, die Juncker angetragen werden soll, „lässt jene, die ihn unlängst aus dem Amt des Regierungschefs drängten, nur umso winziger erscheinen“. Diese bösen „Gambisten“ aber auch. Der DP wird sogar „Hypokrisie“ vorgeworfen, weil „De Charel“ für sie ins Rennen geht, er, der gegen die „Dreier“ gewesen sein soll und keine Aussicht auf einen Kommissarposten habe. Posten, Pöstchen... Wenn es bei diesen Wahlen ausschließlich darum geht, hat Europa schon verloren. Und wenn am Ende die Regierungschefs doch jemand anders als Schulz oder Juncker küren sollten, gleich doppelt. Der Kampf zwischen den beiden wird übrigens immer rauer, die Argumente durchschlagender. So sagte JCJ etwa dem österreichischen Standard: „Sollte Herr Schulz die Wahlen gewinnen, dann wäre ich sehr böse“.