Vom 26. Juni bis zum 1. Juli 2016 findet in Lindau die 66. Tagung der Nobelpreisträger statt. Hier treffen bis zu 30 Nobelpreisträger auf ungefähr 400 junge talentierte Nachwuchsforscher aus der ganzen Welt, um sich über Wissenschaft und Forschung auszutauschen. Der „Fonds National de la Recherche“ (FNR) wählt jedes Jahr zwei exzellente Nachwuchsforscher aus, um an dieser einzigartigen Veranstaltung teilzunehmen. 2016 steht die Disziplin Physik im Mittelpunkt des Lindau-Treffens. Der FNR macht einen Aufruf an alle betreffenden Physikstudenten, um sich zu bewerben. Wir haben Marie-Claude Marx vom FNR dazu interviewt.
Was ist an der Tagung in Lindau so besonders?
Marie-Claude Marx Die ausgewählten Teilnehmer haben die Möglichkeit, in Lindau Nobelpreisträger in einer sehr umgänglichen und lockeren Atmosphäre kennen zu lernen. Neben Vorlesungen, Diskussionsrunden und dem gut gefüllten Rahmenprogramm gibt es viele Gelegenheiten sich auszutauschen. Daneben lernen die Stipendiaten gleich gesinnte junge Physiker aus der ganzen Welt kennen. Die Leidenschaft zu den Naturwissenschaften verbindet sie über die sprachlichen und kulturellen Grenzen hinaus.
Wer kann sich für das Stipendium bewerben?
Marx Studenten, die Physik oder ein stark verwandtes Fach studieren und wahlweise den Masterabschluss, ein Doktorat oder ein Postdoktorat vorbereiten, können sich bewerben. Dazu müssen die Bewerber entweder in Luxemburg studieren oder wohnhaft in Luxemburg sein, aber im Ausland studieren. Ein Lebenslauf und ein Motivationsschreiben reichen zur Bewerbung. Wir hoffen, dass sich möglichst viele Kandidaten bewerben!
Was sind die Auswahlkriterien?
Marx Die Auswahl basiert auf Kriterien der Exzellenz. Dabei berücksichtigen wir die universitären Leistungen, besondere Auszeichnungen, eventuelle Forschungserfahrung und etwaige wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die vom FNR nominierten Kandidaten durchlaufen noch ein zweites Auswahlverfahren durch den Rat des Treffens der Nobelpreisträger.
Auf was dürfen sich die Stipendiaten freuen?
Marx Die Einschreibegebühren, die Reisekosten und die Übernachtungskosten werden vollständig übernommen. Stipendiaten, die an vorherigen Lindau-Treffen teilgenommen haben, schwärmten von der wunderbaren Stimmung unter den Teilnehmern, der Dynamik und dem Drang der jungen Generation, etwas zu bewegen.
Wie sehen Sie die Zukunft der Naturwissenschaften in Luxemburg?
Marx Jedes Land braucht Naturwissenschaftler, um die Forschung voranzubringen und neues Wissen zu schaffen. Aufgrund dessen, dass Luxemburg so klein ist, kann es jedoch nicht in allen Forschungsbereichen vertreten sein, sodass wir uns mehr auf Nischenbereiche konzentrieren. Darin versuchen wir ein Forschungsniveau zu erreichen, das im internationalen Vergleich kompetitiv ist. Ich sehe die Zukunft der Naturwissenschaften in Luxemburg also sehr positiv!
Für mehr Informationen über die Tagung der Nobelpreisträger in Lindau 2016 kann man www.fnr.lu/Lindau2016 besuchen. Bewerbungen müssen bis zum 22. Oktober beim FNR eingereicht werden



