LUXEMBURG
SIMON LAROSCHE

Im buntbesprayten Centre Aldringen wurde gestern ein Hip HopSong Contest angekündigt - Sehr zum Gefallen der neugierigen Jugend

Einen besseren Ort um seinen Hip Hop Song Contest anzusagen konnte sich der Service National de la Jeunesse (SNJ) als Veranstalter wohl nicht ausdenken. Im unterirdischen Centre Aldringen war vor rund 20 Jahren der Geburtsort der Luxemburger Hip Hop-Szene. Die musikalische Ankündigung gestern fand am 10. „Safer Internet Day“ statt, dem internationalen Tag, an dem die Menschen, allen voran die Jugendlichen, über ihre Rechte und Verantwortung im Netz aufgeklärt werden sollen. Das Thema der diesjährigen Ausgabe war das Cybermobbing, auch bekannt als Online-Belästigung. Noch bis zum 6.Mai kann jeder sich beim Hip Hop-Wettbewerb einschreiben, das Thema für die Songs ist „Connect with Respect“. Eine Jury wird anschließend zwölf Gewinner aussuchen, die ihre Songs professionell aufgenommen bekommen. Weitere Infos gibt es unter www.songcontest.lu, dort ist ebenfalls der Link zur Facebook-Seite anzufinden.

Im Centre Aldringen trafen sich Anfang der 90er Jahre die ersten Luxemburger Fans des Hip Hops. Rapgesang auf Luxemburgisch gab es damals noch keinen. Ende der 80er Jahre war zwar schon Mike MC auf der großherzoglichen Musikszene aufgetaucht, allerdings handelte es sich hierbei eher um das zu dieser Zeit durchaus populäre Eurodance-Genre, mit etwas Sprechgesang auf Englisch. Die ersten Luxemburger Gruppen, die auf fette Beats rappten, folgten Anfang der 90er Jahre und nannten sich H.L.M., Chattabox oder M.Q.P. Ihre Ausdruckssprachen waren allerdings weiterhin Englisch und Französisch. Den ersten Hip Hop auf Luxemburgisch lieferte die zusammengewürfelte Kommerz-Band The Gentle MCs, die in der Szene aber bestenfalls als Pseudorapper belächelt wurden. Den ersten legitimen Rap auf Luxemburgisch brachte kurz darauf die Gruppe De Läb heraus. Die Räpper Corbi und Fluit begeisterten mit ihren witzigen und gutgelaunten Versen.