LUXEMBURG PATRICK WELTER

Ein Drittel Luxemburgs besteht aus Wald

Etwas mehr als ein Drittel der Fläche des Großherzogtums (34%) machen Wälder aus, was fast 90.000 Hektar Wald entspricht. Allerdings sind die Wälder ungleich verteilt, neben dem nördlichen Grüngürtel der Hauptstadt ist es vor allem der nördliche Landesteil, der Ösling, der sich durch dichte Wälder auszeichnet, die in Hang und Tallagen wachsen und in diesem Landesteil 42% ausmachen, wobei die Hochflächen den landwirtschaftlichen Flächen vorbehalten sind.
Mit 34% Waldanteil liegt Luxemburg irgendwo im europäischen Mittel, den Spitzenwert hält, wie auch anders, Finnland mit nahezu 80% Waldfläche.
Im städtischen Umfeld nimmt der Wald in der Hauptsache die Funktion als Erholungsgebiet und Grüne Lunge wahr. Erst außerhalb der dichter bebauten Gebiete und mit dem Anwachsen der Waldflächen gewinnen Jagd und Forstwirtschaft größere Bedeutung. Wobei Wald nicht gleich Wald ist. Urwälder gibt es gar keine mehr, spätestens der Holzbedarf der Frühindustrialisierung hat für ihr Verschwinden gesorgt, in der Folge entstand vor 200 Jahren aber auch die Forstwirtschaft, die „Bewirtschaftung“ des Waldes, die normalerweise in Generationen denkt und den Begriff Nachhaltigkeit schon lange vor dessen Erfindung pflegte. Ein Eichenwald war lange so etwas wie die Spardose eines Bauern. Mittlerweile gibt es wieder naturbelassene Wälder, Natura 2000 Gebiete, Mischwälder, Erholungsgebiete und Fichtenforste, die man böse als Holzplantage bezeichnen kann. Nadelhölzer bringen pro Festmeter nicht viel ein, wachsen dafür aber erheblich schneller als Laubbäume, daher waren Fichten einige Jahrzehnte lang in „Mode“.

Privatbesitzer überwiegen

Erstaunlich ist, dass hierzulande mehr als die Hälfte des Waldes in privatem Besitz ist, wobei die meisten Parzellen recht klein sind, eine Folge der lange geübten Realteilung. Die Mehrheit der privaten Waldbesitzer, mehr als 9.000, nennt weniger als drei Hektar sein Eigentum, insgesamt haben knapp 13.000 Waldbesitzer weniger als zehn Hektar Fläche. Weniger als 900 Eigentümer verfügen über Wälder zwischen 10 und 500 Hektar, nur einer wird in der Kategorie 500 bis 10.000 Hektar geführt. Allerdings stammt diese Statistik des Waldbesitzerverbandes noch aus den 1990er Jahren, prinzipiell dürfte sich aber nicht viel an der Aufteilung geändert haben. Die restlichen 45% Waldfläche entfallen auf öffentliche Eigentümer: Staat, Kommunen, öffentliche Einrichtungen. Diese Wälder werden von der Forstverwaltung bewirtschaftet.
Entgegen vielfacher Befürchtungen ist in Luxemburg immer noch der Laubwald, der natürliche mitteleuropäische Wald, vorherrschend – mit Ausnahme des Öslings, dort herrscht die Fichte vor. Im Ösling gibt es aber auch noch einen anderen Waldtyp, den von Eichen gebildeten „Niederwald“, der etwa 13 % der Gesamtwaldfläche einnimmt. Früher wurden diese Niederwälder („Lohhecken“) bzw. die Baumrinden für die Gerbereien benötigt. Der technische Wandel sorgte für deren Vernachlässigung bzw. die Umwandlung in Fichtenplantagen.
Auf den Fortschritt der Technik ist auch der Umstand zurückzuführen, dass es in Luxemburg einen relativ hohen Bestand an alten (> 100 Jahre)  Eichen und Buchen gibt, deren Holz nicht mehr für die Verhüttung in den Stahlwerken benötigt wurde.
Der Grünewald ist mit 4.500 Hektar das größte zusammenhängende Waldgebiet in Luxemburg.