LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS MIT DPA

50 Flüchtlinge werden in Weilerbach untergebracht - Europäische Politik ringt um Lösung

Es ist ein bewegendes Wochenende. In Ungarn gestrandete Flüchtlinge kommen in einer beispiellosen Aktion nach Deutschland, ein Zug nach dem anderen trifft ein. Die EU allerdings ist weiter zerstritten und ringt um politische Lösungen. In der Debatte über eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen gab es am Wochenende auch bei einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg kaum Fortschritte. Vor allem osteuropäische EU-Mitgliedsländer wehren sich gegen verbindliche Regeln. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker will am Mittwoch ein Konzept zur Verteilung von 120.000 weiteren Flüchtlingen auf EU-Staaten vorstellen.

Angesichts der dramatischen Situation hatten die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und ihr österreichischer Amtskollege Werner Faymann am Freitagabend in Absprache mit der ungarischen Regierung eine Ausnahmeregelung vereinbart. Demnach durften die Flüchtlinge ohne bürokratische Hürden und Kontrollen einreisen. Wien verwies auf eine „Notlage“ an der ungarischen Grenze. Ungarn stellte daraufhin Busse bereit und brachte die Flüchtlinge bis zur österreichischen Grenze, von dort ging es dann weiter. Viele Züge, darunter auch Sonderzüge, brachten die Menschen nach Deutschland.

Ankunft der Flüchtlinge nicht vor Mittwoch

Derweil hat Familienministerin Corinne Cahen am Samstagabend auf Twitter angekündigt, dass Luxemburg „innerhalb der nächsten 48 Stunden“ 50 Flüchtlinge, die von Ungarn nach Deutschland geflüchtet sind, bei sich aufnehme, und zwar in Weilerbach, wo nach dem Umzug von Flüchtlingen in andere Gemeinden genug Betten zur Verfügung stünden, wie sie gestern präzisierte. Auf Facebook dankte die Ministerin aber auch allen Menschen, die in den vergangenen Tagen spontan ihre Hilfe angeboten und Kleider und andere Dinge gesammelt haben. Wie sie gegenüber dem soziokulturellen Radio unterstrich, habe die deutsche Bundeskanzlerin Premier Bettel um Unterstützung gebeten. Die Ankunft der Flüchtlinge wird indes nicht vor Mittwoch erwartet, da erst einmal der Transport organisiert werden muss.

Wieder mehr neue Flüchtlinge in Ungarn

In Ungarn steigt die Zahl der illegal einreisenden Flüchtlinge währenddessen wieder. Bis zum frühen Abend wurden gestern 1.459 Leute aufgegriffen, die über Serbien gekommen waren. Es waren mehr als am Vortag, als nach aktualisierten Polizeiangaben 1.002 Flüchtlinge ankamen - der Tiefststand seit einem Monat. Der Rückgang war nach Vermutungen der Medien jedoch auch auf das Regenwetter zurückzuführen.