LUXEMBURG
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Jahrestreffen des Verbands der europäischen Krebsgesellschaften ECL in Luxemburg

Die Mitglieder des Verbands der europäischen Krebsgesellschaften ECL („Association of European Cancer Leagues“) und eingeladene Fachleute aus 26 Ländern der WHO-Region Europa trafen sich diese Woche in Luxemburg, um sich über Erfolge und zukünftige Herausforderungen in der Krebsforschung und -prävention in Europa auszutauschen. Gastgeber der Konferenz war die „Fondation Cancer Luxembourg“, die in diesem Jahr bekanntlich ihr 25-jähriges Bestehen feiert.

In den vergangenen 50 Jahren haben sich die Perspektiven für Menschen mit einer Krebsdiagnose enorm verbessert. Doch Krebs ist weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Europa, und aufgrund wachsender Bevölkerungszahlen und der steigenden Lebenserwartung nimmt die Anzahl der Neuerkrankung weiterhin in einem besorgniserregenden Maß zu. Es besteht mehr denn je ein Bedarf nach wegweisenden Erkenntnissen aus der Forschung. Die Krebsligen halten es für möglich, den Krebs zu besiegen, und nach ihrer Überzeugung besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Qualität der in Europa verfügbaren Krebsversorgung und der Qualität der Forschung in der Region und über ihre Grenzen hinaus.

Finanzielle Förderung von Forschungsprojekten

Die „Fondation Cancer Luxembourg“ als gastgebende Organisation eröffnete die Konferenz mit einer Begrüßungsansprache ihres Präsidenten Dr. Carlo Bock. Er sagte: „Unsere nachweislich erfolgreiche Strategie besteht in der finanziellen Förderung einer Vielzahl von Forschungsprojekten. Dies hat der ‚Fondation Cancer‘ weitreichende Anerkennung als eine der führenden Organisationen im Kampf gegen den Krebs eingebracht. Die ‚Fondation Cancer‘ hat in den Jahren 2018 und 2019 zwölf Studien mit insgesamt über 5,6 Millionen Euro unmittelbar gefördert und unterstützt laufend WissenschaftlerInnen auf nationaler und internationaler Ebene. Die Wissenschaft gewinnt in rasantem Tempo immer neue Erkenntnisse und legt damit bereits jetzt das Fundament für eine neue Generation von Krebstherapien, die Millionen von Menschen das Leben retten werden.“

Krebs kennt keine Grenzen

Dr. Sakari Karjalainen, der Vorsitzende des Verbands der ECL, ergänzte: „Krebs kennt keine Grenzen. Darum bildet internationale Zusammenarbeit das Rückgrat der Forschung. Wenn wir den Krebs besiegen wollen, müssen wir für die Erforschung innovativer Verfahren in Krebsprävention und -therapie zu einem tragfähigen Konzept finden.“

Transnationale Zusammenarbeit

Zentrale Themen der ECL-Konferenz waren weiter die Forschung in Bereich der Krebsprävention, Chancen und Herausforderungen im Rahmen der „Mission Krebs“ der EU und die Bedeutung transnationaler Zusammenarbeit. Die Krebsgesellschaften rückten außerdem das wichtige Thema der „Survivorship“ in den Fokus. Es leben immer mehr Menschen mit Krebs, und ein Großteil der medizinischen Forschung und Innovation gilt der Entwicklung von Produkten und deren Zulassung am Markt. Vor diesem Hintergrund ist Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung für die Erforschung der Bedürfnisse der Patienten.

Barbara Strehler, Leiterin der psycho-onkologischen Abteilung der „Fondation Cancer Luxembourg“, gab zu bedenken: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen nicht nur länger leben, sondern dass es ihnen dabei auch gut geht. KrebspatientInnen haben sehr komplexe und vielfältige Bedürfnisse - viele von ihnen leiden unter gesundheitlichen Folgeproblemen, häufig bedingt durch die Therapie. Gleichzeitig leiden sie unter den emotionalen und finanziellen Konsequenzen ihrer Diagnose, die meist noch viele Jahre über das Ende der Behandlung hinaus spürbar sind.“