LUXEMBURG
ISABEL SPIGARELLI

Historienfilm „Purple Heart Hill“ feiert seine Premiere

Nach zwei Jahren harter Arbeit feiert der englischsprachige Film „Purple Heart Hill“ diese Woche Premiere. Er erzählt die Geschichte von Captain Embert Possum, der 1944 mit seinen Soldaten in Bettendorf stationiert war. Die Handlung basiert auf einer historischen Begebenheit. Eine Schülergruppe aus dem Lycée Classique Diekirch gedenkt so der Befreiung Luxemburgs während des Zweiten Weltkrieges. Der Drehbuchautor und Regisseur Félix Streicher blickt mit diesem Projekt auf eine aufregende Zeit zurück.

Vom Museumsarchiv auf die Leinwand

Die Idee zum Filmprojekt gründet auf den persönlichen Interessen Streichers, dessen Lieblingsfach Geschichte ist. Er arbeitet seit zwei Jahren als Volontär im Militärmuseum in Diekirch. Aus historischer Sicht empfindet der Jugendliche den Zweiten Weltkrieg als besonders anziehend, vor allem das Schicksal von Bettendorf.

Um seine Kenntnisse zu erweitern, besucht er regelmäßig das Archiv des Militärmuseums und liest die militärischen Berichterstattungen durch. Während einer dieser Lektüren ist er auf die Figur Embert Possum gestoßen, die er filmisch darstellen wollte. „Ich habe ab und zu mit Freunden Kurzfilme gedreht, aber das war immer nur zum Spaß. Nun hatte ich Lust auf ein ernstes Projekt“, erinnert sich Streicher. Er erzählte einem Freund von seinem Vorhaben, der ihm sofort seine Hilfe anbot. Innerhalb weniger Wochen stießen weitere Schulfreunde dazu.

Großes Interesse am Filmprojekt

Pascal Lehnert kümmerte sich um die Musik, Milian Steffen um Ton und Kamera und Luca Mailänder spielte den Hauptcharakter Embert Possum, um nur drei der insgesamt 22 Beteiligten namentlich zu nennen. Es wurden immer mehr Menschen auf das Projekt der Jugendlichen aufmerksam. „Anfangs hatten wir weder passende Kostüme noch authentische Schauplätze“, berichtet Streicher.

Das Problem war schnell gelöst, als Institutionen wie das Militärmuseum oder das Gymnasium der Gruppe zur Seite standen. Doch auch Bekannte und Verwandte beteiligten sich motiviert an dem Projekt und unterstützen die Schüler. „Der Vater eines Freundes ist Fotograf und kennt sich mit der Technik aus“, sagt Streicher, „Er hat uns Material zur Verfügung gestellt und uns nützliche Tipps gegeben.“ Des Weiteren drehten die Jugendlichen auf einem Bauernhof in Bettendorf, der seit den 50 er Jahren nicht umgebaut wurde. Dieser gehört den Eltern eines Freundes. „Es sind viele Menschen auf uns zugekommen, die uns ihre privaten Sammlungen anvertraut haben. Uns hat sogar jemand seinen alten Jeep geliehen“, erklärt der 18-jährige beeindruckt über die positive Resonanz.

Sprachliche Hürden

Die englische Sprache erwies sich hingegen als Hindernis. Der Authentizität wegen schrieb Streicher das Drehbuch auf Englisch. Die Schauspieler sind allesamt keine Muttersprachler. Für einige war es schwierig, den fremdsprachigen Text auswendig zu lernen, doch nach insgesamt 28 Drehtagen waren alle Szenen im Kasten.

Das Endprodukt wird nur geladenen Gästen vorgestellt; eine Ausstrahlung für das breite Publikum ist nicht geplant. Die Filmklappe ist jedoch nicht zum letzten Mal zugefallen. In Planung ist ein Krimi, der im Luxemburg der siebziger Jahre spielt. Genaueres konnte Streicher noch nicht verraten: „Wir konzentrieren uns jetzt erstmal auf unseren Schulabschluss.“