LUXEMBURG
LJ

Nationaler Tag des Widerstands auf Limpertsberg begangen

Morgen sind es 76 Jahre her, dass 23 luxemburgische Widerstandskämpfer im SS-Sonderlager/KZ Hinzert östlich von Trier ermordet wurden. Sie stehen stellvertretend für alle Opfer der Nazi-Barbarei, denen am „nationalen Dag vun der Resistenz“ gedacht wird, der seit 1997 um das Datum des 25. Februar begangen wird.

Gesten morgen hatten sich wieder zahlreiche Bürger zunächst in und bei der Kapelle am „Glacis“ eingefunden und danach beim „Hinzerter Kräiz“ auf dem Nikolausfriedhof in Limpertsberg, um sich vor jenen zu verneigen, denen das Nazi-Regime das Leben raubte, weil sie es gewagt hatten, sich zu widersetzen. Die Resistenzler-Gruppe im „Comité pour la Mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ erinnert in einer Mitteilung daran, dass allein 1.586 Luxemburger nach Hinzert deportiert wurden. 76 fanden dort den Tod, andere verschwanden in weiteren Konzentrationslagern.

Bei einer Bevölkerung von 290.000 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde 3.500 Männer und 500 Frauen aus dem Großherzogtum wegen Widerstandsaktionen in Konzentrationslager gesteckt. 800 überlebten sie nicht. Dazu wurden aus politischen Gründen 4.136 Personen nach Schlesien im heutigen Polen zwangsumgesiedelt. Derweil wurden mehr als 10.200 junge Luxemburger ab dem Sommer 1942 in den Kriegsdienst gezwungen. 2.848 kamen dabei um oder werden bis heute vermisst. 3.600 Luxemburgern gelang es, mithilfe ihrer Familien und den Resistenznetzwerken der Zwangsrekrutierung zu entgehen. Unerbittlich machten die Nazis Jagd auf Juden. Fast alle der 1.300 Juden aus Luxemburg, die im Land oder in den Nachbarländern gefasst wurden, kamen in KZs um. Erinnert wird auch an die 3.614 Frauen, die in den Reichsarbeitsdienst oder den Kriegshilfsdienst gezwungen wurden. 58 überlebten diese nicht. In den alliierten Armeen dienten indes 584 Luxemburger. 57 bezahlten ihr Engagement mit dem Leben.

Es ist ein vergleichsweise hoher Blutzoll, den das kleine Großherzogtum in knapp fünf Jahren Nazi-Herrschaft zahlen musste. Die Erinnerung daran aufrecht zu erhalten, bleibt eine Pflicht.