LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Gedenkfeier am Samstag: 75 Jahre sind die Exekutionen nach dem Generalstreik her

Hinzert war zwar offiziell kein Vernichtungslager, gemordet wurde dort dennoch. Es kam zu Erschießungen oder Tötungen durch Giftspritzen - die Leichen wurden in Massengräbern im Wald hinter dem „SS-Sonderlager/KZ Hinzert” bei Trier verscharrt. Wie viele starben, weiß man bis heute nicht genau - 321 Tote sind dokumentiert, die französische Militärverwaltung schätzte 1946 die Zahl der dort zu Tode Gekommenen allerdings auf 1.000.

Immerhin durchliefen bis 1945 rund 14.000 männliche Häftlinge im Alter von 13 bis 80 Jahren das Lager, das vom Sommer 1940 an als Durchgangslager für luxemburgische, belgische, französische und niederländische Häftlinge auf ihrem Weg in die Konzentrationslager Buchenwald, Natzweiler oder Dachau diente.

Am Samstag hatte die „Amicale Hinzert“ in Zusammenarbeit mit dem „Comité pour la mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ wieder zur alljährlichen Gedenkfeier dorthin geladen. Denn für Luxemburg hat Hinzert eine besondere Bedeutung: 1942 wurden dort 20 willkürlich ausgesuchte Protestler des luxemburgischen Generalstreiks erschossen, 23 Widerständler fanden 1944 den Tod, mehr als 85 der rund 350 Luxemburger, die das Lager durchliefen starben insgesamt.

Im Anschluss an die Messe, zu der sich etliche Organisationen mit ihren Fahnen eingefunden hatten, gab es im Dokumantationszentrum eine Feier mit internationaler Beteiligung. Die Ansprache hielt dieses Jahr die Generalkonsulin der Ukraine in Frankfurt, Alla Ployova. „Würdig und versöhnlich“ sei die Feier gewesen, twitterte der deutsche Botschafter in Luxemburg im Anschluss.