LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Theaterpädagogin und Performancekünstlerin Catherine Elsen im Portrait

Als „coolste Erfahrung“ bezeichnet die luxemburgische Theaterpädagogin und Performerin Catherine Elsen ihre Projekte im Iran. Zwischen 2007 und 2010 hat Elsen in Osnabrück studiert; dank des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) reiste sie im Oktober 2008 zum ersten Mal in ein Land, das einen angestammten Platz auf den Auslandsseiten der Tageszeitungen hat, über dessen aktuelle kulturelle Produktion aber wenig bis nach Europa durchdringt.

Im Iran beteiligte sich Catherine Elsen damals an der Aufführung eines Theaterstücks, später kehrte sie ein paar Mal in das Land für Performanceauftritte zurück. Ihren Mann, einen iranischen IT-Spezialisten, hat sie während einem ihrer Aufenthalte in dessen Heimatland kennen gelernt, als dieser seine Familie besuchte. Bis in den Iran war es allerdings ein weiter Weg. Catherine Elsen hat, wie viele andere Künstler auch als Kind ein Konservatorium besucht - in ihrem Fall jenes in Ettelbrück - wo sie Musiktheorie und Gitarre studiert hat.

Diktions- und Improvisationskurse

Später besuchte sie das hauptstädtische Konservatorium, wo sie u.a bei Schauspieler Patrick Hastert Diktions- und Improvisationskurse belegte, immer das Ziel vor Augen, Schauspielerin zu werden. Fünf Jahre lang war sie Mitglied des Theaterensembles des Lyçée des Garçons in Luxemburg. Nach dem Abitur stellte sich die obligate Frage, wohin der Studienweg sie hinführen sollte. „Für mich war es beschlossene Sache, dass meine berufliche Zukunft im Theatermilieu liegen sollte“, erinnert sich die heute 28-Jährige. Elsen zog nach Paris, um in der französischen Hauptstadt ein „Arts du Spectacle“ Studium aufzunehmen. „Zu theoretisch“ befand sie nach einem Jahr und hielt Ausschau nach anderen Studienmöglichkeiten.

Von der Metropole Paris ging es 2007 für Catherine Elsen ins eher beschauliche Osnabrück. In der niedersächsischen Stadt studierte die Luxemburgerin Theaterpädagogik, 2010 machte sie ihren Bachelor. Die Musik hat sie aber nie aus dem Blick verloren, griff während ihres Bachelorstudiums regelmäßig zur Gitarre, „um ein bisschen darauf rumzuklimpern.“ Im Anschluss an ihre Abstecher in den Iran zog die Luxemburgerin nach London, wo sie Community Dance studierte, einen Master in „Body in Performance“ machte und eine neue Passion entdeckte: Ihre eigene Stimme. Sie habe ihre Arbeit als Theaterpädagogin nicht aufgeben wollen, aber gleichzeitig gemerkt, dass sie sich auch als Künstlerin mitteilen wolle.

Heute tanzt Catherine Elsen auf zwei Hochzeiten. Als Theaterpädagogin arbeitet sie dieses Jahr am ID-Projekt des Traffo-CarréRotondes mit - „so bleibe ich in Kontakt mit der Realität“. Die Kunstschaffende Catherine Elsen trat im Sommer mit ihrer „Vier Stationen“-Performance Loosening Grip auf, u.a. auch auf dem Schmelz Kultur-Festival in Steinfort. In ihrer Wahlheimat London möchte sie irgendwann mit einer Kollegin ein Musikvideo drehen, in dem sie die Hierarchien innerhalb einer Band in Frage stellt und somit Klischees anficht.

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