LUXEMBURG
SVEN WOHL

Die CR134 war nach einem Erdrutsch zwischen Manternach und Mertert für 15 Monate gesperrt

Bei dësem Chantier war et leider esou dass vill ongënschteg Variabelen zesummekomm sinn“, schreibt der Minister für öffentliche Arbeiten, François Bausch (déi gréng) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des CSV-Abgeordneten Leon Gloden. Es ist mehr oder weniger das Fazit einer Auflistung von zahlreichen Problemen und Verzögerungen, welche bei der Instandsetzung des CR134 zwischen Manternach und Mertert entstanden sind. Diese waren nötig geworden, weil es am 5. Januar 2018 zu einem Erdrutsch gekommen war. Zeitweise war es möglich, die Straße dank einer Ampel zumindest einspurig zu befahren. Da jedoch gleichzeitig Arbeiten an der CFL-Linie in Richtung Wasserbillig durchgeführt wurden, kam es für einige Wochen auch zu Vollsperrungen der Eisenbahnlinie. Konkret handelte es sich um zwei Wochen im September 2018 und eine Woche im April 2019. Die Straße zwischen Manternach und Mertert muss während eines Jahres und drei Monaten komplett gesperrt werden.

Zahlreiche Komplikationen

In dieser Zeit wurden zahlreiche Arbeiten durchgeführt. Der abgerutschte Hang wurde von der Natur- und Waldverwaltung abgeholzt. Der Hang wurde abgesichert und eine neue Stützmauer gebaut. Die Brücke neben dem CR134 benötigte Reparaturen und es wurden noch Wartungsarbeiten durchgeführt, sowie neue Leitplanken installiert.

Mehrere Faktoren erschwerten die Arbeiten. So belief sich die Straßenbreite auf lediglich 5,5 Meter und es bot sich keine Wendemöglichkeit für Lastwagen. Der Untergrund war unstabil und Lieferungen hatten es schwer, ihren Zielort zu erreichen. „Et war onméiglech, de Chantier vun der CFL an den Neibau vun der Stëtzmauer gläichzäiteg auszeféieren“, schreibt der Minister weiter in seiner Antwort. Die Stützmauer konnte dementsprechend erst ab April 2019 entstehen. Es musste außerdem schnell ein Projekt ausgearbeitet werden, was auch seine Zeit in Anspruch nahm. Vier Varianten wurden auf Wunsch des Wasserwirtschaftsamts geprüft, ehe man sich für eine Stützmauer aus Beton mit Wasserbausteinen verkleidet entschied. Auch die Autorisierungen bei der Natur- und Waldverwaltung wie auch beim Wasserwirtschaftsamt brauchten ihre Zeit. Dass der Untergrund unstabil war, führte dazu, dass eine Schürfung durchgeführt werden musste, um die geotechnischen Untersuchungen zu bestätigen. Weitere Etappen, wie die „Kampfmitteluntersuchung“, bei der mögliche Bomben aus dem 2. Weltkrieg aufgespürt werden sollten und die Absicherung der Arbeiten waren nötig. Auch waren die benötigten spezialisierten Unternehmen nicht sofort frei, um die Arbeiten durchzuführen. Bei den Lieferungen der Steine kam es zu Verzögerungen, weil man im Steinbruch auf eine unbrauchbare Schicht gestoßen war. Auch der Straßenbelag musste erneuert werden.

„Es handelte sich nicht um ein Koordinationsproblem“, schreibt der zuständige Minister in seiner Antwort. Alle betroffenen Akteure hätten professionell zusammengearbeitet. Doch es ergäbe sich aus der Situation, dass sämtliche Aspekte detailliert ausgearbeitet werden müssten - was Zeit in Anspruch nehme. „Leider ass et bei esou engem Äerdrutsch net méiglech fir alles am Viraus ze plangen a virauszegesinn. Et huet keen de Chantier mat Absicht verzögert.“