LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Pascal Kemp bietet mit seiner „Schnuffenhëllef“ alternative Beratung für Tiere

Was tun, wenn der Kater sein Markierverhalten plötzlich auf die Wohnung ausdehnt? Was, wenn der Hund chronisch erkrankt und der Tierarzt kaum noch Hoffnung auf Besserung hat? Oder wenn man ganz einfach Alternativmedizin für sein Pferd bevorzugt? In diesen Fällen können Leute wie Pascal Kemp der richtige Ansprechpartner sein. Er hat sich auf alternative Behandlung und Verhaltensberatung für Pferd, Hund, Katze, aber auch Klein- und Nutztiere spezialisiert. Seit einiger Zeit bietet er seine „Schnuffenhëllef“ an.

Nachdem Pascal Kemp 2015 bereits einen Fernlehrgang in „Psychologie Hund mit Spezialisierung auf Hundeverhaltungsberatung“ an der Akademie für Tiernaturheilkunde (ATN) in Deutschland absolviert hatte, ließ er sich auch noch zum „Tierheilpraktiker mit der Spezialisierung Hund, Katze, Pferd“ ausbilden. „Ich war der Meinung, um den Tieren helfen zu können, müsste ich auch etwas von Medizin verstehen“, erklärt er uns. „Während dieser Zeit habe ich die Tierphysiotherapeutin und Tierheilpraktikerin Claire Delcourt kennengelernt. Gemeinsam wollten wir alternative Behandlungsmethoden für Tiere auch in Luxemburg bekannter machen und haben schließlich die Asbl ,Vitalschnuffen‘ gegründet. ,Schnuffenhëllef‘ ist nun an sich mein persönliches Projekt, mit dem ich mich ein bisschen selbstständiger machen wollte“, erfahren wir von dem heute 48-Jährigen, der sich inzwischen außerdem „zertifizierter Bioresonanztherapeut“ nennen darf.

Vielzahl alternativer Therapieformen

„Was ich biete, sind Lösungen bei Verhaltensproblemen von Hunden und Katzen. Auch bei gesundheitlichen Beschwerden, besonders bei chronischen Leiden, kann eine alternative Behandlung helfen, etwa in Form von einer Bioresonanztherapie, Mykotherapie, Blutegeltherapie, Lichttherapie oder Homöopathie“, listet Kemp auf. Mykotherapie? Bioresonanz? „Bei der Mykotherapie kommen Vitalpilze zum Einsatz, dies zur Prävention von Krebserkrankungen, bei Haut- und Fellproblemen, zur Immunsystemstärkung, bei Verdauungsstörungen, Arthrose und so weiter“, bringen wir in Erfahrung. Die Bioresonanztherapie ist derweil ein Heilverfahren, bei dem man davon ausgeht, dass der Körper elektromagnetische Schwingungen aussendet. „Sie sind für das innere Gleichgewicht verantwortlich. Externe Störungen wie Bakterien, Viren, Allergien oder emotionale Belastung und so weiter können dieses Gleichgewicht durcheinanderbringen. Mithilfe der Bioresonanz werden diese negativen Schwingungen mit einem Apparat abgefangen, der sie analysiert und harmonisiert. Die Moleküle, die also nicht mehr im Gleichgewicht sind, werden wieder ins Gleichgewicht gebracht, wodurch die Macht der Eigenheilung des Körpers erneut aktiviert und verstärkt wird“, erläutert der Tierheilpraktiker.

Tierhalter sind gefordert

Mit dieser Methode könne er tatsächlich gute Erfolge verbuchen, „vor allem bei Katzen mit Niereninsuffizienz“. Auch Tee, etwa Wacholderbeeren, könne in solchen Fällen helfen. „Einer Katze von 22 Jahren mit Nierenproblemen, die wirklich sehr krank war, geht es nach dieser Behandlung viel besser. Auch einem Pferd, das zwei Jahre lang unter Kotwasser litt, konnte ich mit einer solchen Therapie helfen“, freut sich Kemp, gibt aber auch gleich zu bedenken, dass Bioresonanz nicht die Lösung für jedes Problem sei. „Eine Voraussetzung ist natürlich auch immer, dass die Tierhalter mitarbeiten. Diesen Tee beispielsweise in die Katze zu bekommen, ist kein Zuckerschlecken. Medizin soll aber nun nicht schmecken, sondern wirken. Klar, dass da schon mal mit Abwehrreaktionen des Vierbeiners gerechnet werden muss“, bemerkt Kemp.

Diagnose stets vom Tierarzt

„Was nun meine Arbeitsmethode anbelangt, so schaue ich mir das Tier erstmal genau an und versuche, gesundheitliche Probleme auszuschließen. In 70 Prozent der Fälle sind sie nämlich der Grund für die Verhaltensstörung. Wir dürfen übrigens keine Diagnosen stellen“, stellt er klar. Jeder Krankheitsbefund müsse von einem Veterinär bestätigt werden. Das zu betonen, ist dem 48-Jährigen wichtig: „Wir ersetzen auf keinen Fall den Tierarzt, das ist nicht Sinn der Sache. Im besten Fall soll es stets ein Zusammenspiel sein. Für eine seriöse alternative Behandlung ist es wichtig, den Veterinär zwecks Blutanalysen, Untersuchung und gegebenenfalls Behandlung miteinzubeziehen und dann wirklich ursachenorientiert arbeiten zu können“.

Nachdem die Resultate der tierärztlichen Untersuchungen vorliegen, schlage er entweder eine bestimmte Therapieform vor oder überweise die Kunden beispielsweise an einen Hundetrainer. „Wenn nämlich ein Hund nicht einmal Sitz machen kann, ist es schwierig, ein tiefersitzendes Verhaltensproblem in den Griff zu bekommen. Dann gilt es zuerst einmal, Grundgehorsam zu erlernen und das Tier auf seinen Besitzer zu fixieren. Danach kann man dann mit spezifischen Methoden arbeiten“, beschreibt Kemp.

„Keine Quacksalber“

Wird das Angebot denn von den Tierärzten akzeptiert? „Es gibt solche und solche“, antwortet der 48-Jährige. „Einige halten nichts davon, andere unterstützen die alternativen Behandlungsmethoden und greifen sogar selbst darauf zurück, etwa auf Akupunktur und Akupressur, was wir natürlich begrüßen“, fährt er fort. Was die Nachfrage der Kunden anbelange, so steige diese langsam. „Leben könnte ich davon aber nicht, das ist auch nicht mein Ziel. Wenn ich Kunden habe, möchte ich mich zu 100 Prozent auf sie und ihr Tier konzentrieren und alles daran setzen, dass es dem Tier besser geht“, meint er. Wunder könne er jedoch nicht bewirken. „Alternative Behandlung ersetzt keine medizinische Behandlung. Akute Fälle gehören immer zum Tierarzt. Es ist mir aber wichtig, zu betonen, dass wir keine Quacksalber sind, sondern eine Ausbildung haben und unsere Sache seriös machen, dies zum Wohl der Tiere, und dabei auch schöne Erfolge haben. Das ist das Wichtigste“, hält Kemp abschließend fest.


Wer mehr über Pascal Kemps „Schnuffenhëllef“ erfahren will, findet alle Informationen auf Facebook (tinyurl.com/Schnuffenhellef) und www.vitalschnuffen.lu