CLAUDE KARGER

„Woodstock ist der „Urschlamm“ der Protestkultur“, schreibt der Leitartikler der „Revue“, die diese Woche das „legendäre Musikfestival“ vor einem halben Jahrhundert zelebriert und feststellen muss, dass die Welt „Amok“ läuft und einige die Zeit sogar zurück drehen wollen, „weit zurück hinter die Generation von Friede, Freude, Eierkuchen, deren Religion die Freiheit und deren Mekka ein paar Tage Woodstock war“. Naja, zumindest Eierkuchen war auf der ziemlich improvisierten „größten Party der Welt“ ziemliche Mangelware...

Auf jeden Fall: „Der Geist der Gegenkultur braucht eine Renaissance. Der Geist, für den auch Woodstock stand“, mahnt der Autor. Da passt es, dass das „Luxemburger Wort“ zum „Mut zur Wut“ in einem „Plädoyer für die Emotion, aus der die Kraft zur Veränderung entspringt“, aufruft.

Von zornigen Musikern ist da die Rede, von grollenden Malern und von Schauspielern wie Jack Nicholson, die enorme Bandbreiten der Rage schaffen, „von einfacher Echauffiertheit bis zur Raserei in Reinkultur“. Das packen sogar einige Politiker, „merde alors!“.

Übrigens: Bald ist in den „Wort“- „Gefühlswelten“ die Sehnsucht dran. Hmmmmm statt Grrrrrr!