LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Berufung: Es bleibt bei 14 Jahren Haft gegen 41-jährigen Luxemburger Z.

Im spektakulären Prozess um einen Bombenanschlag auf seinen Vater hat das Berufungsgericht am Dienstag das Urteil gegen Kim Z. gefällt. Es bestätigt die erste Instanz: 14 Jahre Haft.

„Zufall“ hat das Rohr nach oben verschoben

Zu dieser Haftstrafe von 14 Jahren Gefängnis (davon vier auf Bewährung mit Auflagen) wurde Ende Oktober 2018 der 41-jährige Luxemburger Z. verurteilt, weil er am 1. Oktober 2016 einen Anschlag mit einer in einem Auto platzierten selbst gebauten Rohrbombe auf seinen Vater verübt hatte. Motiv: Erbschaftsstreit. Die Tat misslang. Das Opfer überlebte den Anschlag.

Die Bombe war im Wagen des Vaters absichtlich so platziert, dass sie tödlich gewesen wäre, hätte nicht ein „Zufall“ das Rohr nach oben verschoben. Als die Rohrbombe losging, haben die herausgesprengten Kugeln den Kopf des Vaters um Haaresbreite verfehlt. Der Vater wurde zwar durch die Druckwelle der Bombe verletzt, jedoch nicht lebensgefährlich. Der Anschlag per selbst gebauter Rohrbombe war nach Einschätzung eines Experten nur durch Zufall mit Sachschaden ausgegangen.

Die Kriminalkammer sprach Kim Z. des versuchten Mordes und der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion schuldig. Psychiater Dr. Marc Gleis hatte beim Täter eine Psychose in Form einer Paranoia diagnostiziert. Deshalb hatte die Kriminalkammer darauf entschieden, nach zehn Jahren Haft, die dann noch verbleibende Reststrafe entsprechend dem Artikel 71-1 des Strafgesetzbuches zur Bewährung unter Auflagen auszusetzen.

Der Beschuldigte ging in Berufung. Der Fall wurde jedoch nicht verhandelt, denn die Verteidigung des Beschuldigten hatte im letzten Moment den Berufungsantrag zurückgezogen. Da sich die Staatsanwaltschaft der Berufung jedoch angeschlossen hatte und diese ihren Antrag nicht zurückziehen konnte, mussten die Berufungsrichter nun über die Sachlage entscheiden.

Keine Änderung

Das Berufungsgericht war nicht an das Urteil der ersten Instanz gebunden, es konnte deshalb ganz neu und anders entscheiden. Da das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß nicht unterschritten wurde, war es schon denkbar, dass das Urteil sich nicht nach unten abgeändert wurde.