LUXEMBURG
JEFF KARIER

Greg und Cole Ritts treten für Luxemburg bei den „World Lacrosse Championships“ an

Als Vater und Sohn gemeinsam bei einem internationalen Turnier auf dem Feld stehen: So etwa sieht man in der Sportwelt eher selten. In einigen Monaten wird jedoch ein Vater-Sohn-Gespann für Luxemburg an einer Weltmeisterschaft teilnehmen und sich mit Mannschaften aus der ganzen Welt messen. Denn Greg Ritts und sein Sohn Cole sind Teil der luxemburgischen Lacrosse-Nationalmannschaft, die im Juli an den „World Lacrosse Championships“ in Israel teilnehmen wird. Und das, obwohl beide eigentlich Amerikaner sind.

Gemeinsame Liebe zum Sport

„Wir leben nun seit rund drei Jahren hier in Luxemburg“ erklärt Greg, der hier als Anwalt in einem Unternehmen arbeitet. Ursprünglich aus Seattle führte ihn sein Weg zunächst nach Paris, bevor er mit seiner Familie im Großherzogtum landete. „Lacrosse habe ich bereits in meiner Jugend gespielt.“ Das sei vor langer Zeit gewesen, meint der heute 49-Jährige. Das war für ein Universitätsteam auf einem eher niedrigen Niveau. „Das war damals mehr für den Spaß und als Zeitvertreib“, führt Greg aus.

Cole ist mehr oder weniger in den Sport hineingeboren worden. „Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich mit Lacrosse angefangen habe“, meint der 17-Jährige. Während der Grundschulzeit und auch während er die Middle School besuchte, blieb er am Ball. „Da ich aber meine damaligen Teamkameraden wenig wirklich mochte, hab ich dann irgendwann mit Lacrosse aufgehört.“ Als er vor zwei Jahren einen Sticker des bislang einzigen Lacrosse-Teams Luxemburgs, den „Black Smiths“, an einer Laterne sah, erzählte er seinem Vater davon. Sie nahmen Kontakt mit den Verantwortlichen auf und sind seither Mitglieder des Teams. Die „Black Smiths“ nehmen unter anderem an Turnieren gegen Teams aus Saarbrücken, Trier oder Kaiserslautern teil. Schließlich fehlt es an anderen luxemburgischen Teams - noch.

Premiere für Luxemburg

„Lacrosse als Sport ist hier in Luxemburg, wie auch in den meisten anderen Ländern Europas, noch relativ unbekannt.“ Eine Ausnahme bilde dabei jedoch Großbritannien. Doch die „Federation of International Lacrosse“ (FIL) ist darum bemüht den Sport weltweit bekannt zu machen und bei der Gründung neuer Teams und Verbände zu helfen. So ist es möglich, dass auch Luxemburg nun ein eigenes Team auf die Weltmeisterschaft schicken kann.

„Um aber genug Spieler zusammenzubekommen, darf Luxemburg, wie auch einige andere Länder, auch Spieler nominieren, die keinen luxemburgischen Pass haben“, erklärt Greg. Diese stammen zum Teil von den „Black Smiths“, zum Teil aber auch aus den USA. Dabei handelt es sich um Amerikaner, deren Vorfahren aus Luxemburg stammen und daher die luxemburgische Staatsbürgerschaft bekommen konnten. „Auch viele andere Teams, die am Turnier teilnehmen werden, haben Amerikaner in ihren Reihen, da auch sie die Nachkommen von Auswandern sind.“ Greg nennt dabei Italien als Beispiel. Aber auch Gastgeber Israel hat viele gebürtige Amerikaner im Team.

„Dass wir als Vater und Sohn gemeinsam im Team bei einer Weltmeisterschaft antreten können, ist schon verrückt. Das ist in der Form wohl nur in den wenigsten anderen Teamsportarten möglich“, stellt Greg fest. „Wenn wir gemeinsam auf dem Platz stehen, behandele ich meinen Vater nicht anders, als jedes andere Teammitglied. Und er macht das genauso“, erklärt Cole. Da Greg als Verteidiger, Cole jedoch als Angreifer spielt, treffen beide beim Training auch immer wieder aufeinander. „Solche Eins-gegen-Eins-Übungen machen mir viel Spaß“, meint Greg, was sein Sohn nur bestätigen kann. Ihr Verhältnis abseits des Platzes habe der gemeinsame Sport nicht wirklich verändert.

Optimale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft

Mit 49 Jahren ist Greg ein gutes Stück über dem Durchschnittsalter seines Teams und wohl einer der ältesten Teilnehmer des Turniers. Da Lacrosse ein sehr körperbetonter Sport ist, etwas was beide an Lacrosse lieben, ist es für ihn körperlich eine größere Herausforderung, als für einen jungen Mann wie Cole. Neben der Vorbereitung als Team, das von mehreren Trainern und einem Physiotherapeuten begleitet werden wird, versucht Greg daher sich noch besser auf das Turnier vorzubereiten. „Ich habe unter anderem eine Ernährungsberaterin zu Rate gezogen, um meinen Körper auf die Strapazen vorzubereiten.“

Denn bei den „2018 World Lacrosse Championship“ werden die Teams täglich auf dem Feld stehen und das bei vermutlich recht warmen Temperaturen. Vom 13. bis 17. Juli werden die Gruppenspiele stattfinden. Darauf folgt die K.-o.-Runde. Am 21 Juli findet dann das Finale statt. „Wir gehören natürlich zu den krassen Außenseitern, aber werden dennoch vollen Einsatz zeigen“, meint Greg. Der eine oder andere Sieg sei nicht ausgeschlossen. Auf Nachfrage erklärten die Organisatoren, dass bisher noch nicht klar sei, wo und welche Spiele der Weltmeisterschaft übertragen werden. Informationen würden jedoch zeitnahe auf der Internetseite des Verbandes veröffentlicht werden.


Mehr unter filacrosse.com, worldlacrosse2018.com und lacrosse.lu