LUXEMBURG
ISABEL SPIGARELLI

Ein Ökonomie-Student hat in der Schweiz mit seinen Rezepten Erfolg als Autor

Er ist der Shootingstar der veganen Küche in der Schweiz: Philip Hochuli. Im Januar 2014 veröffentlichte der Ökonomie-Student sein zweites Kochbuch. Der junge Koch überzeugt durch einfache, schnelle Rezepte. Auf ausgefallene Zusatzprodukte verzichtet er bewusst. Damit räumt der 23-Jährige mit dem Klischee auf, dass veganes Kochen kompliziert und teuer sei. Das Konzept geht auf. Seine Kochkurse sind immer ausgebucht. Die Nachfrage ist groß. Kochen war anfangs nur ein Hobby für ihn. Nun verdient er mit seinen erfrischenden Rezepten Geld.

Warum die vegane Küche?

Philip Hochuli Ich habe während einer schulischen Themenwoche zur Nahrungsmittelproduktion einiges erfahren, was mir missfallen hat. Es ging um Massentierhaltung und ihre Auswirkungen auf unsere Umwelt. Die Umstände haben mich angewidert! Für mich war danach klar, dass ich auf tierische Produkte verzichten werde.

Wie ging es dann weiter?

Hochuli Kreativ. Als Schüler hatte ich wenig Zeit, um mich intensiv mit dem Kochen auseinander zu setzen. Es mussten schnelle und unkomplizierte Rezepte her. Ich war gezwungen, mir was auszudenken. Alles was ich in Büchern und im Internet fand, war zum Nachkochen viel zu aufwendig. Ich wusste, dass es anderen Veganern ähnlich geht. So kam mir die Idee, meine Kreationen in einem Kochbuch zu sammeln und meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Meine Leser sollen sehen, dass es ganz leicht ist, sich vegan zu ernähren. Man braucht weder exotische Zutaten noch einen dicken Geldbeutel.

Der Veganismus erfährt zurzeit einen wahrhaftigen Boom. Handelt es sich etwa nur um eine Modeerscheinung?

Hochuli Viele Laien wissen nicht, dass sich die vegane Bewegung in Europa seit 15 Jahren ständig weiterentwickelt. Seine Ernährung drastisch umzustellen ist keine Entscheidung, die man von heute auf morgen trifft. Aus diesem Grund denke ich, dass die Zahl der Veganer konstant bleiben wird. Vielleicht nimmt sie sogar zu, jetzt, wo die Menschen auf die Probleme der Lebensmittelindustrie aufmerksam geworden sind.

Du ernährst dich nun schon seit vier Jahren vegan. Wirkt sich das positiv auf dein Leben aus?

Hochuli Natürlich, aber dessen war ich mir schon im Vorfeld bewusst. Ich fühle mich einfach gut. Meine Entscheidung hatte ja auch ethnische Gründe. Es ist schön zu wissen, dass ich mit meinem Lebensstil zum Umweltschutz beitrage und nebenbei Volkskrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes vorbeuge. Ganz davon abgesehen, dass ich aus kulinarischer Sicht viel dazu gelernt habe, und das ist erst der Anfang.

Hat das Ganze denn auch Nachteile?

Hochuli Schwierig wird es, wenn ich mich mit Freunden auswärts zum Essen treffe. Es gibt kaum vegane Restaurants in der Schweiz und mein Umfeld lebt nicht vegan.

Wie umgehst Du dieses Problem?

Hochuli Ich möchte meine sozialen Kontakte nicht vernachlässigen. Deswegen gehe ich die Sache pragmatisch an. Es bringt mich nicht um, wenn ich an einem Abend nicht vegan esse.

Wie sehen deine kulinarischen Zukunftspläne aus?

Hochuli Ab nächstem Jahr biete ich online Kochkurse an. Geplant sind auch Kochshows in Österreich und in der Schweiz. Ein Restaurant zu eröffnen, steht nicht auf meiner bucket list. Ich möchte nicht an einen Ort gebunden sein.