LUXEMBURG/VENEDIG
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„Mostra de Venise“ vom 28. August bis 7. September - wenige Frauen im Wettbewerb

Das Filmfest in Venedig schickt in diesem Jahr zahlreiche Werke mit hochkarätiger Besetzung in den Wettbewerb. „Joker“ von Todd Phillips mit Joaquin Phoenix und Robert De Niro feiert bei dem ältesten Filmfest der Welt Premiere. Im Rennen um die begehrten Goldenen Löwen konkurriert er unter anderem mit dem ebenfalls mit Spannung erwarteten „Ad Astra“ von James Gray, in dem Brad Pitt einen Astronauten spielt. Insgesamt werden 21 Filme im Wettbewerb gezeigt.

21 Filme im Löwen-Rennen

Meryl Streep ist an der Seite von Gary Oldman und Antonio Banderas in „The Laundromat“ von Steven Soderbergh zu sehen, der sich mit dem durch die Veröffentlichung der „Panama Papers“ ausgelösten Skandal um Briefkastenfirmen und Steueroasen auseinandersetzt. „Marriage Story“ von Noah Baumbach wartet mit Scarlett Johansson und Adam Driver in den Hauptrollen auf.

Die 76. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele läuft dieses Jahr vom 28. August bis 7. September. Eröffnet wird das Festival von dem Film „La Vérité“, in dem unter anderem Catherine Deneuve zu sehen ist. Der japanische Regisseur Kore-eda Hirokazu hatte im vergangenen Jahr die „Goldene Palme“ in Cannes gewonnen. Vom französisch-polnischen Altmeister Roman Polanski ist „J’accuse“ dabei.

An Frauen mangelt es

Unter den konkurrierenden Regisseuren sind lediglich zwei Frauen: Die Filmemacherin aus Saudi-Arabien, Haifaa Al Mansour, und Shannon Murphy mit ihrem Film „Babyteeth“. Filmfestdirektor Alberto Barbera betonte am Donnerstag aber, dass sich viele Filme mit der Situation der Frauen in verschiedenen Ländern der Welt auseinandersetzten - auch wenn diese nicht alle von Frauen gemacht seien.

Aufmerksamkeit dürfte außerhalb des Wettbewerbs auch der Film „Adults in the Room“ (Costa Gavras) bekommen. Er basiert auf dem gleichnamigen Buch des früheren griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis und rekonstruiert die, wie Barbera sie nannte, „unglaublichen“ Verhandlungen mit der EU in der Finanzkrise. Der deutsche Schauspieler Ulrich Tukur spielt mit.

Zudem werden in Venedig zwei Serien gezeigt: „The New Pope“, die Fortsetzung von „The Young Pope“ des italienischen Oscar-Preisträgers Paolo Sorrentino; dieses Mal neben Jude Law auch mit John Malkovich. „ZeroZeroZero“ ist angelehnt an ein Buch des italienischen Anti-Mafia-Autors Roberto Saviano - es geht um Kokainhandel.

Filme von Streamingdiensten

Die Internationalen Filmfestspiele in der italienischen Lagunenstadt gibt es seit 1932. Im vergangenen Jahr wurde der Netflix-Film „Roma“ mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Laut Barbera sind in diesem Jahr drei Netflix-Filme im Programm, ein Film sei von Amazon.

Drei luxemburgische Koproduktionen werden ebenfalls in Venedig in der offiziellen Auswahl zu sehen sein. Außerhalb des Wettbewerbs laufen der Dokumentarfilm „Collective“ von Alexander Nanau, koproduziert von „Samsa Film“ mit Rumänien, und (in der Sektion „Sconfini“) der fiktionale Spielfilm „Les Epouvantables“ von Nouri Bouzid, koproduziert von „Samsa Film“ mit Tunesien und Marokko.

Im VR-Wettbewerb geht das immersive Werk „Cosmos within us“ von Tupac Martir und Benjamin Farry, koproduziert von a_BAHN mit Großbritannien, ins Rennen. . Hinzukommt das „Virtual Reality“-Werk „Sublimation“, das man während der „Mostra de Venise“ interaktiv erleben kann und das von dem Luxemburger Künstlerduo Karolina Markiewicz und Pascal Piron realisiert wurde. LJ