LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Neuer Fonds mit 25 Millionen Euro geplant - Abkommen mit USA steht an

Die Luxemburger Regierung plant einen Venture Capital Fund, der in den kommenden drei Monaten aufgelegt werden soll. Er ist als Public Private Partnership geplant. Das Anfangsvolumen soll 25 Millionen Euro betragen und später auf 100 Millionen Euro ansteigen. Mehr Informationen wollte Wirtschaftsminister und Vizepremier Etienne Schneider gestern nicht bekannt geben. Das liegt an den internationalen Regeln für Venture Capital, unterstrich Schneider.

Darüber hinaus wird Luxemburg ein Abkommen mit den USA über eine Kooperation im Bereich Weltall schließen. „Vor drei Monaten kam der US-Botschafter auf mich zu und hatte bereits ein Dokument über eine mögliche Zusammenarbeit vorbereitet. Ich freue mich darauf“, sagte Schneider. Die Details werden noch ausgehandelt, erste Gespräche gab es gestern. Zuvor hatten Tschechien, Japan, China, Saudi-Arabien, Polen und Portugal ein solches Papier unterzeichnet.

Die Bekanntgabe dieser Nachrichten erfolgte am Dienstagabend im Rahmen des „Space Café“. Das ist eine zwanglose Veranstaltung, auf der Interessierte Akteure aus dem noch jungen Space-Sektor treffen können, die 2018 von ispace gestartet wurde. Zur Abendveranstaltung in den Räumen der „Banque Internationale à Luxembourg“ (BIL) in der Stadt waren rund 200 Gäste gekommen. Darunter befand sich auch der US-Botschafter in Luxemburg, Randy Evans.

Ethik im All

Darüber hinaus soll ein Zentrum für „Space Ethics“ aufgebaut werden. „Wir werden bald ein Expertenteam dazu aufbauen“, gab Schneider bekannt. Auf Nachfrage erklärte er, das Zentrum werde sich mit Fragen wie die der Folgen des Abbaus von Rohstoffen im Weltall beschäftigen. „Wir sollten nicht die gleichen Fehler wieder machen wie auf der Erde“, sagte Schneider. „Was tun wir mit dem Reichtum aus dem All? Der gehört der Menschheit, davon sollten nicht nur reiche Länder profitieren.“

Das „Space Café“, das diese Woche zum sechsten Mal stattfand, wird in der Zukunft von einer neu gegründeten „Luxembourg Space Federation“ organisiert. Deren Gründungsmitglieder sind die Unternehmen ispace, Hydrosat und „Made in Space“. Unklar ist, ob es weiterhin in den Räumen der BIL stattfinden wird. BIL-CEO Hugues Delcourt steht dem durchaus offen gegenüber. Er war selbst anwesend und verwies darauf, dass die BIL innovative Unternehmen sehr stark unterstützt.

Moderiert wurde die Veranstaltung letztmalig von Kyle Acierno, der Managing Director von ispace Europe war, aber in diesem Monat zum Vizepräsident Global Sales des japanischen Unternehmens aufstieg und deshalb nach Tokio gehen wird. Acierno verwies auf die letzten Entwicklungen im Weltraum, von Chinas erster Landung einer Sonde auf der Rückseite des Mondes über die Bereitstellung von 2,3 Milliarden Dollar seitens der NASA für neun Unternehmen, die 2020 zum Mond fliegen wollen, bis hin zur japanischen Raumsonde, die erfolgreich auf einem Asteroiden landete und der israelischen Space IL, die ebenfalls zum Mond fliegen will.

Schneider unterstrich die Erfolge der von ihm 2016 initiierten Space-Resources-Initiative trotz eines Rückschlags. „Es gibt 20 neue Unternehmen, die bis 2020 rund 400 neue Jobs schaffen wollen und weitere 150 Unternehmen, Institute und Forschungseinrichtungen, die herkommen wollen“, sagte er. Darüber hinaus werde die Universität ein Masterprogramm starten und das Space Center in Differdingen führe schon Schüler an das Thema heran.