ESCH/ALZETTE
GAST. SPECK

Esch: Im Budget 2015 überwiegen die Kosten für Schule und Wohnungsbau

Hauptpunkt der gestrigen Sitzung des Escher Gemeinderats war die Vorstellung der Haushaltsvorlage für das Jahr 2015. Bürgermeisterin Vera Spautz (LSAP) ließ wissen, dass es für ihre Gemeinde, durch den von der Regierung angekündigten Maßnahmenkatalog, kein Leichtes sei, klare Akzente in verschiedenen Bereichen zu setzen. Die Realisierung von für die Minettemetropole wichtigen Projekten sei von konkreten Zusagen der Regierung abhängig.

Weiter verschärft würde diese Situation durch den am vergangenen Dienstag vom Staatsrat veröffentlichten 40-seitigen Meinungskatalog hinsichtlich „Zukunftspak“ und „Jumbogesetz“. Inwiefern dieser sich auf die zukünftigen kommunalen Finanzen auswirken werde, so die Rednerin, sei momentan noch nicht einzuschätzen. „Éischt Auswierkunge vum krankhafte Spuerwahn vun der Regierung sinn awer elo schonn ze spieren“.

Priorität für Zentrumsschule

Vera Spautz wies erneut auf den ihrer Meinung nach undurchsichtigen Verteilerschlüssel bei der Zuteilung von Gewerbesteuer und staatlicher Zuwendung („Fonds de dotation“) sowie auf nicht nachvollziehbare Kriterien bei der Zuweisung von staatlichen Zuschüssen hin.

In den letzten Jahren habe die Gemeinde massiv in die Erneuerung, den Bau und den Ausbau von schulischen Infrastrukturen und „Maison Relais“ investiert, trotz minimaler finanzieller Unterstützung seitens des Staates.

Der Hauptakzent, so die Rednerin, werde dieses Jahr auf die Errichtung der so genannten Zentrumsschule mit „Maison Relais“ im Viertel „Wobrécken“ gelegt. Am Beispiel dieser Schule wolle man ein integratives Pilotprojekt umsetzen, das auf verstärkte Subventionen durch das Bildungsministerium angewiesen sei.

Die Eingliederung der Universität auf Belval stelle die Stadt Esch vor große Herausforderungen, denen man im Interesse der Hochschule und der alteingesessenen Bevölkerung gerecht werden müsse. „Mär erhoffen eis dovunner, dass de wirtschaftleche Motor fir den Zentrum vun Esch och erëm ugeheit gëtt“, so die Bürgermeisterin.

Naturreservate und Erholungsgebiet

Man trage sich mit der Absicht, die Vorzüge der „Minettemetropole“ in Zukunft gezielt ins Rampenlicht zu stellen. Insbesondere denkt Spautz dabei an den Tierpark am Galgenberg, den man 2015 zusätzlich um einen kleinen Bauernhof erweitern möchte. Auch wies sie auf den Campingplatz, den Stadtpark, das Naturreservat „Ellergronn“, die „Mines Cockerill“, die im Bau befindliche Jugendherberge, das Konzept „Escher Waldschoul“, auf Insenborn, ein erstklassiges Erholungsgebiet für Escher Schüler sowie auf weitere touristische Attraktionen für Kinder, Jugendliche und Senioren hin.

Am früheren „Café Diva“ und dem ehemaligen Hotel Mercure, so die Rednerin, hätte man mit den Arbeiten zur Einrichtung von 55 Wohnungen für Studenten und junge Escher begonnen. Im Budget 2015 sind dafür eine Million beziehungsweise 800.000 Euro vorgesehen.

Wohnungsbau: „Mission accomplie“

In Sachen Wohnungsbau sei Esch seinen Verpflichtungen mit 53 in diesem Jahr verkauften Wohnungen in den „Nonnewisen“ gerecht geworden. Es handelt sich dabei um 25 Einfamilienhäuser, 27 Apartments plus 59 Autostellplätze zu einem Gesamtpreis von 15,5 Millionen Euro.

Für 2015 habe der Schöffenrat sich die Prüfung leerstehender gemeindeeigener Häuser und den Umzug diverser Dienststellen in modernere Räumlichkeiten auferlegt (Sozialamt, „Maison“ und „Ecole des parents“, „Sécurité sociale“, „Service régional d’action sociale“). „All des Projete sinn e gudden Invest an d’Zukunft vun eise Kanner a Jugendlechen“, so die Bürgermeisterin. Im Januar kommenden Jahres wird das Team vom „Haus vun de Bierger“ seine neuen Räume Ecke Brillstraße und Boulevard Kennedy beziehen können. Zudem schuf der „Fonds de Logement“ in diesem großen Komplex weiteren Wohnraum für 30 Studenten.

Anleihe über neunzehn Millionen

Um das Problem Arbeitslosigkeit in Esch zu bekämpfen werde man 1,5 Mio. Euro investieren. Angesichts einer Arbeitslosenquote von 13,9 Prozent sei diese Summe mehr als gerechtfertigt. „Obwuel des Zuelen ee ganz bedenklech stëmmen, ass gewosst, dass d’Escher Gemeng zënter Joeren an dësem Beräich hir sozial Verantwortung iwwerhëlt“, ließ Vera Spautz wissen.

In Sachen Sport sind neue Umkleiden sowohl für die Fußballvereine Fola und Jeunesse als auch für den Fechtclub vorgesehen.

Zur Realisierung der beträchtlichen Investitionen wird die Aufnahme einer Anleihe von 19 Millionen Euro notwendig sein. Im Falle einer integralen Inanspruchnahme würde die Gesamtverschuldung von Esch Ende 2015 auf 83,1 Millionen Euro ansteigen. Da es relativ schwierig sei die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage vorauszusehen und der Staat einen großen Teil seiner Sparmaßnahmen auf die Gemeinden abzuwälzen gedenkt, habe man für das kommende Jahr versucht, eine vorsichtige Finanzplanung zu erstellen, so Bürgermeisterin Vera Spautz abschließend.