LUXEMBURG
SVEN WOHL

Wie Jugendliche das Internet benutzen, ändert sich konstant

Viel wird darüber gesprochen, wie sogenannte Digital Natives das Internet nutzen. Dabei verändert sich das Verhalten der jüngeren Generationen diesbezüglich konstant und unterscheidet sich durchaus von der Art, wie ihre Eltern und auch Großeltern dieses Kommunikationsmittel nutzen. Damit wäre das erste Stichwort bereits gefallen: Denn die Kommunikation steht für die junge Generation im Mittelpunkt der Nutzung. So viel stellt unter anderem BEE SECURE fest, die einen Blick auf die aktuelle Untersuchungslage werfen. Dabei fällt auf, dass sich in ganz Europa ganz ähnliche Trends bemerkbar machen. Facebook verliert immer mehr an Bedeutung, während Messenger, allen voran Whatsapp, mittlerweile essentiell sind.

Messengerdienste überaus populär

So geben 36 Prozent der befragten Jugendlichen unter 19 Jahren bei der JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest an, am liebsten den Messengerdienst zu nutzen. 89 Prozent der Mädchen und 87 Prozent der Jungen bezeichnen die App als die für sie am wichtigste. Facebook kommt hier bei beiden Geschlechtern auf gerade einmal vier Prozent.

Die aktuellsten Zahlen, die sich auf Luxemburg beziehen, stammen aus dem Jahr 2015 und wurden von der Universität Luxemburg erhoben und innerhalb der INSIDE-Studie verarbeitet. Hier machte Facebook noch eine bessere Figur, wenn es um den Austausch mit Freunden über digitale Wege ging: Über 70 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, auf dieses soziale Netzwerk zurückzugreifen. Whatsapp kam hier auf 47,4 Prozent der Jungen und 38,4 Prozent der Mädchen. Zweifellos hat sich hier in den vergangenen fünf Jahren einiges getan. Dass die App eine solche Popularität bei den Jugendlichen hat und Facebook zeitgleich bei dieser Zielgruppe an Gewicht verliert, wird mitunter dazu geführt haben, dass Zuckerbergs Imperium sich die App angeeignet hat.

Klassische Medien im Abwärtstrend

Wenig überraschend dürfte sein, dass analoge Medien eher unbeliebt bei den „Digital Natives” sind. Youtube wird als eines der wichtigsten und beliebtesten Medien angegeben. Das bedeutet auch, dass Fernsehinhalte hierüber konsumiert werden. Streamingdienste wie Netflix und ähnliche spielen ebenfalls eine große Rolle. Die Studie geht zusätzlich darauf ein, welche Art von Videos am meisten bei den Jugendlichen gefragt sind. Über die Hälfte besteht aus Musikvideos, während lustige Clips und fremdsprachige Videos bei beiden Geschlechtern beliebt sind. Vor allem bei Jungen (52 Prozent) sind sogenannte „Let’s Play”-Videos beliebt. Hierbei handelt es sich um Videos, wo Videospiele durchgespielt und kommentiert werden. Bei Mädchen sind diese mit 13 Prozent wesentlich weniger beliebt. Ähnliche Unterschiede bei den Geschlechtern lassen sich bei Sportvideos (Jungen 33 Prozent, Mädchen elf Prozent) und bei Mode- und Beautyvideos (Mädchen 32 Prozent, Jungen vier Prozent) feststellen. Sendungen aus dem Fernsehen machen lediglich 21 Prozent bei den Jungen und 14 Prozent bei den Mädchen aus.

Doch wie sieht es mit dem Lesen aus? Allerorts wird die Lektüre von Büchern als eine der wichtigsten Aktivitäten für junge Menschen überhaupt beworben. Nur erhöht das den Stellenwert der Literatur bei der jüngeren Generation kaum. Lediglich 34 Prozent der Befragten geben an, täglich oder einmal die Woche ein Buch zu lesen. 18 Prozent geben an, nie ein Buch zu lesen. Wer nun hofft, dass sich die Leser eher in Richtung E-Books verlagern, muss enttäuscht werden, denn auf dieses Format greifen 75 Prozent nie zurück. Lediglich sieben Prozent behaupten von sich, täglich oder mehrmals die Woche E-Books zu lesen.

Videospiele sind dagegen eher im Trend. 63 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig zu zocken. Allen voran ist hier „Fortnite” beliebt, auch wenn der große Boom der vergangenen Jahre rückläufig ist. Zusammen zocken ist aber auf jeden Fall stets angesagt, ob bei „Fortnite”, „Fifa” oder „Call of Duty”.