Ethisch verantwortliche Fonds haben ein sehr großes Potential und sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Fondsverband Alfi (Association of the Luxembourg Fund Industry) gemeinsam mit KPMG im Rahmen der Alfi Spring Conference 2015 vorstellte. Die Konferenz läuft seit gestern über zwei Tage und zieht über 800 Teilnehmer aus 27 Ländern an. Immerhin ist Luxemburg nach den USA der zweitgrößte Fondsstandort der Welt. Wie das „Journal“ als erste Zeitung meldete, überstieg das in Luxemburg verwaltete Fondsvermögen schon 2014 3.000 Milliarden Euro. Seither ist es auf 3277.013 Milliarden Euro (Januar 2015) gestiegen.
Anstieg um 25 Prozent
Anlagegelder in verantwortungsbewusste Fonds in Europa stiegen zwischen 2012 und 2014 durchschnittlich um 25 Prozent jährlich. In nur zwei Jahren vergrößerte sich das Volumen von 238 Milliarden Euro auf 372 Milliarden Euro. Dem „European Responsible Investing Survey 2015“ zufolge, den KPMG im Auftrag der Alfi durchgeführt hat, verteilten sich diese Summen auf vier Kategorien.
322,8 Milliarden Euro sind in sektorübergreifende Fonds angelegt. „Von diesen werden 35 Prozent in Luxemburg verwaltet“, betonte die stellvertretende Alfi-Generaldirektorin Anouk Agnes. Weitere 31.8 Milliarden Euro fließen in Umweltfonds. 10,7 Milliarden Euro befinden sich in sozial verantwortlichen Fonds, die auf Faktoren wie Impact Investing achten und Mikroprojekte favorisieren. Auch Islamic Finance fällt darunter. „Diese Kategorie verzeichnet einen starken Anstieg von 139 Prozent“, hebt die KPMG-Partnerin Jane Wilkinson hervor, die die Studie vorstellte. Auf Ethik-Fonds schließlich entfallen 6,7 Millionen Euro. Kunden wollen also klar Fonds mit nachweisbar positivem Einfluss auf die Umwelt und soziale Faktoren. „Die Asset Management-Industrie erweitert zunehmend ihre Produktpalette“, beobachtet Agnes. Die Bandbreite reicht vom Mikrofinanzfonds bis hin zu großen Fonds, die ökologische oder soziale Kriterien in der Corporate Governance verankert haben.
Institutionelle treiben Markt an
„Derzeit treiben institutionelle Investoren den Markt an“, betonte Wilkinson. Das sind häufig Pensionsfonds oder Versicherungsgesellschaften. Die führen diese Fonds aus der Nische. Möglichkeiten sieht die KPMG-Partnerin und Verantwortliche für Nachhaltigkeit noch im Retail-Markt. Viele institutionelle Anleger haben sich zur Einhaltung der „Prinzipien für verantwortungsbewusstes Investieren“ der Vereinten Nationen verpflichtet. Jetzt erwarten sie, dass ihre Asset Manager nachziehen.
Die Kriterien dessen, was verantwortlich ist, seien allerdings noch uneinheitlich. Dennoch rechnen die Expertinnen nicht damit, dass sich der Trend noch ignorieren lässt; im Gegenteil: „Bis 2030 wird sich verantwortungsbewusstes Investieren auch bei den Kleinanlegern immer mehr durchsetzen“, unterstreicht Agnes. „Junge Investoren wollen mehr Transparenz“. Auf der Alfi-Konferenz „Impact Investing and Microfinance“ am 29. April gibt es mehr Details.
Hier gibt es die Studie zum Herunterladen: www.alfi.lu/node/2891


