LUXEMBURG
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Parlamentarische Orientierungsdebatte zum Thema Lebensmittelverschwendung

Genau ein Jahr nach der Vorstellung einer Sensibilisierungskampagne gegen die Lebensmittelverschwendung durch Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Fernand Etgen (DP) fand gestern Nachmittag in der Abgeordnetenkammer eine Orientierungsdebatte statt, die auf Antrag der CSV abgehalten wurde , und, sieht man sich die nachstehenden Zahlen an, mehr als berechtigt war.

Keine Lebensmittel wegwerfen

So landen alljährlich 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel auf dem Müll, derweil gleichzeitig aber weltweit 795 Millionen Menschen hungern. Ein Drittel von dem, was weltweit produziert wird, geht indes verloren, weil es bei der Herstellung oder beim Transport beschädigt wurde oder in Lagern, Läden und Haushalten verdirbt.

Die Vernichtung von Lebensmitteln ist jedoch nicht nur ein ethisches, sondern auch ein ökologisches Problem, werden für die Erzeugung als auch für die Vernichtung von Waren doch auch Rohstoffe, Energie und Wasser benötigt. Mit jedem Lebensmittel, das unnötig im Müll landet, werden also wertvolle Umweltressourcen verschwendet.

Verbraucherschutzminister Etgen, dem die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung persönlich sehr am Herzen liegt, wies dann auch darauf hin, dass jeder Bürger, anstatt seine Lebensmittel wegzuwerfen, genauso gut direkt 250 Euro in den Mülleimer schmeißen könnte. So würden in Luxemburg alleine in den Privathaushalten durchschnittlich 340 Gramm Lebensmittel pro Tag verschwendet, was täglich drei vollen Müllwagenladungen entspreche.

So brach der Minister gestern noch einmal eine Lanze, dass wir als Konsumenten wieder den Wert von landwirtschaftlichen Produkten schätzen lernen müssten, derweil die dahinter steckende Arbeit wieder respektiert werden müsste. Anders ausgedrückt: Der Konsument, das heißt wir alle, müsse wieder lernen, verantwortungsvoll zu konsumieren. Bei ihm zu Hause seien jedenfalls keine Lebensmittel weggeworfen worden, und auch wenn seine Mutter kein Paul Bocuse gewesen sei, so sei es ihr doch immer gelungen, aus Essensresten leckere Mahlzeiten zu zaubern, die allen gut geschmeckt hätten. „Nëmmen duerch en neit Bewosstsinn kënne mer och léieren, manner ze verschwenden“, so Etgen, der in diesem Zusammenhang auch an die Sensibilisierungskampagne, die entsprechenden Broschüren und Ausstellungen sowie an die „Antigaspi“-Aktionen erinnerte.

Der DP-Abgeordnete Frank Colabianchi freute sich, dass es der Regierung gelungen sei, die Lebensmittelverschwendung auch in Luxemburg zu thematisieren, und dies sowohl bei den Konsumenten, als auch in den Schulen, in den Gemeinden und in den Betrieben. Sein LSAP-Kollege Franz Fayot schlug seinerseits vor, die Kennzeichnung der Lebensmittel zu überdenken, und wies darauf hin, dass ein Mindesthaltbarkeitsdatum kein Verfallsdatum sei...