Am kommenden Mittwoch findet der Weltdiabetestag statt, der erstmals am 14. November 1991 begangen wurde und für das Thema Diabetes sensibilisieren sowie darüber aufklären soll. Seit 40 Jahren setzt sich die „Association Luxembourgeoise du Diabète“ (ald) für die Belange von Personen mit Diabetes ein und informiert über die Zuckerkrankheit. Sylvie Paquet von der ald zur aktuellen Situation in Luxemburg.

„Da das Informieren der Betroffenen über die Jahre immer wichtiger geworden ist, haben wir 2003 das ‚Maison du diabète’ auf die Beine gestellt, das als Anlaufstelle für Personen mit Diabetes sowie deren Angehörige fungiert. Dieser Dienst wird auch vom Gesundheitsministerium finanziell unterstützt. Als ‚ Association Luxembourgeoise du Diabète’ kümmern wir uns zusätzlich um soziale Aspekte, bieten etwa kulturelle Ausflüge und Sportangebote an. Außerdem veröffentlichen wir viermal im Jahr eine Zeitschrift, in der wir über eine ganze Reihe von Dingen und Aspekten zum Thema Diabetes informieren.

Dieses breite Engagement ist daher so wichtig, da Diabetes viele Menschen betrifft. Hochrechnungen des Ministeriums gehen von rund 25.000 Personen im Großherzogtum aus, die Diabetes haben. Allerdings heißt das nicht, dass bei diesen auch die Krankheit diagnostiziert worden ist. Man geht davon aus, dass im Schnitt einer von vier nicht weiß, dass er erkrankt ist. Das liegt vor allem daran, dass bei Typ zwei Diabetes das Anfangsstadium ohne Symptome verläuft. Wenn diese Personen also nicht gerade etwa eine Blutanalyse gemacht bekommen haben, wissen diese es oft erst dann, wenn Symptome auftreten und sie mit diesen zu einem Arzt gegangen sind. Der Krankheitsverlauf ist hier somit recht schleichend und unbehandelt kann Diabetes große Schäden im Körper anrichten. Daher ist es wichtig Diabetes vorzubeugen. Zu den Risikofaktoren gehört unter anderem Übergewicht, hoher Blutdruck sowie hoher Cholesterinwert.

Beim Typ-1-Diabetes, was eigentlich eine Autoimmunerkrankung ist, bei der Betroffene kein oder nur kaum eigenes Insulin produzieren können, treten die Symptome hingegen recht früh auf und sind stark ausgeprägt. Hierzu zählt etwa starker Durst und damit verbunden häufiges Wasserlassen sowie Gewichtsverlust oder auch Müdigkeit. Typ zwei betrifft oft Kinder.

Insgesamt ist die Situation in Luxemburg mit Blick auf die Deckung der Kosten durch die Gesundheitskasse sehr gut. Medikamente werden zu 100 Prozent gedeckt und auch bei den Geräten, um etwa den Zucker zu messen, werden die Betroffenen stark entlastet. Allerdings sind wir der Meinung, dass Personen, bei denen Typ-1-Diabetes festgestellt wird und hierbei vor allem Kinder, besser betreut werden müssten. Denn diese müssen sich bei einer Diagnose von heute auf morgen mit diesem komplexen Thema befassen und auch den Umgang der nötigen Geräte lernen. Um hier vor allem die Eltern von betroffenen Kindern zu begleiten, ist bislang nichts vorgesehen. Und da die Krankheit nicht als ‚maladie grave’ angesehen wird, haben die Eltern auch nur den üblichen Anspruch auf Urlaubstage, die bei einem Kind mit Typ-1-Diabetes nicht ausreicht. Hier sehen wir Nachholbedarf.“

Im Rahmen des Weltdiabetestags organisiert die ald am 17. November im Hotel Parc-Belle-Vue eine Porte Ouverte zum Thema Diabetes mit Informationsständen, einer Diskussionsrunde und mehr.

Weitere Informationen unter www.ald.lu