LUXEMBURG
SVEN WOHL

Den französischsprachigen Teil der Großregion einen Geschichte, Kultur und Industrie

Der französischsprachige Teil der Großregion hat vieles mit dem deutschsprachigen Gegenstück gemein: Es ist vor allem ein Übergangsraum, der stark von fließenden Entwicklungen abhängt. Die Räume beeinflussen sich hier gegenseitig, die Geschichte und die Kulturen verbinden sich und bergen doch ihre Kontraste. Von diesem Reichtum kann man als Tourist profitieren.

Lëtzebuerger Journal

Historische Trennungen und Fügungen

Die historische Verbundenheit mit dem Nachbarn Wallonien liegt mehr oder weniger auf der Hand. Die belgische Provinz Luxemburg, welche die Mehrheit der belgischen Grenze mit dem Großherzogtum bildet und damit direktes Kontaktgebiet ist, verbindet vieles mit uns. Dies liegt mitunter auch an der Tatsache, dass bis 1830 diese Provinz einst zum Großherzogtum gehörte. Auch wenn heute die sprachlichen Gegebenheiten in der „Province du Luxembourg“ bereits stärker in Richtung Französisch tendieren, hat die luxemburgische Sprache hier immer noch einen nennenswerten Halt. Arlon und Bastnach bleiben weiter beliebte Ziele für Tagesausflüge für die Luxemburger. Weiter wartet Wallonien natürlich mit UNESCO-Welterben und zahlreichen anderen kulturellen Höhepunkten auf.

Lëtzebuerger Journal

Eine Teilung spielt bei der gemeinsamen Geschichte mit Lothringen eine weniger große Rolle, als das in Wallonien der Fall war. Das liegt mitunter auch daran, dass diese bereits 1659 vollzogen wurde. Nein, mit dem  französischen Teil der Großregion verbindet uns vor allem der Stahl, konkreter gesagt das Minette. Die Industrialisierung hat diesen Teil der späteren Großregion zusammengeschweißt, hat man doch munter ineinander investiert und Arbeitskräfte ausgetauscht. Dank des wallonischen Kohlebaus wurde die Verflechtung umso intensiver. In der Kultur gibt es genügend Kontaktpunkte, sei es Vaubans Festung in Longwy, Metzes Teilnahme am Quattropole-Projekt und die zahlreichen Grenzgemeinden Frankreichs, die an Esch2022 teilnehmen.

Die Gemeinsamkeiten und die Attraktivität der Großregion betonte auch das Kulturjahr 2007, in dessen Zentrum sich Luxemburg befand. Während der Wallonie der Hauptschwerpunkt „Ausdrucksformen der Moderne“ zukam, konzentrierte sich Lothringen auf „Kultur und Erinnerung“. Die innigen Verbindungen finden sich auch in den Städtepartnerschaften wieder. Metz ist mit Luxemburg verpartnert, seit 2006 besteht zwischen Wiltz und Bastnach ein Freundschaftspakt, Arlon ist mit Diekirch verpartnert.