LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Illegale Wirtschaft in Luxemburg: 80,4 Millionen Euro für Prostitution, 19,6 für Drogen

Illegale Wirtschaft ist wie in allen anderen Ländern dieser Welt auch in Luxemburg ein nicht zu vernachlässigendes Thema. Prostitution und Drogenhandel sind die beddeutendsten Komponenten auf nationaler Ebene. Das statistische Amt Statec hat sich in einer rezenten Studie eingehender mit dem Einfluss beider Aktivitäten auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie das Bruttoinlandeinkommen (BNE) beschäftigt.

Um beide „Sektoren“ zu beziffern, hat Eurostat in Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedsländern einen methodologischen Rahmen definiert, der die Integrierung der illegalen Wirtschaft in die nationalen Konten erlaubt. Zugleich ist der Vergleich zwischen den EU-Staaten möglich. Eines ist aber klar, seinen Reichtum verdankt Luxemburg weder den Prostituierten, noch den Drogenhändlern, dennoch sind Vergleiche mit anderen Sektoren bemerkenswert.

Beitrag zum BIP durch illegale Aktivitäten: 0,23 Prozent bzw. 99 Millionen Euro

Wenngleich diese illegalen Aktivitäten auf nationaler Ebene weder einen großen Einfluss auf das BIP, noch auf das BNE haben, darf die jeweilige Bedeutung nicht unterschätzt werden, so das Fazit des Statec. Der Beitrag zum BIP durch Prostitution macht 0,21% aus, der durch Drogenhandel 0,02%. Insgesamt geht folglich die Rede von 23%, was einer Summe von immerhin rund 99 Millionen Euro gleichkommt.

Vergleicht man diese Prozentsätze mit denen, die aus anderen Branchen kommen, gewinnen gesetzlich verbotene Aktivitäten merklich an Bedeutung. „Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei“ machen 0,30% des BIP aus, die Friseurbranche lediglich 0,21%.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bezüglich des BNE, demnach beim durch Einwohner erstellten Reichtum. Der Beitrag durch Prostitution macht hier 0,22% und der durch Drogenhandel 0,02% aus. Diese 24% bedeuten 69,6 Millionen Euro.

Hohe Einnahmen durch den Verkaufillegaler Substanzen

Sämtliche in Luxemburg verkauften Drogen (hauptsächlich Heroin, Kokain, Cannabis und Ecstasy), werden indes aus Drittländern importiert, zum größten Teil aus den Niederlanden, zu einem geringen Teil auch aus Belgien. Die Herstellung von Rauschmitteln fällt in Luxemburg nicht ins Gewicht. Der Wert der angebotenen Drogen lässt sich nur indirekt einschätzen, nämlich anhand des Drogenkonsums.

Prostitution lässt sich noch schwerer messen. An sich ist sie in Luxemburg nicht gesetzlich verboten, allerdings wird Zuhälterei strafrechtlich geahndet, genau wie Störung auf der Straße bzw. der „Kundenfang“ bestraft wird. Prostitution findet meist im Verborgenen statt.

„Sexdienstleister“ sind häufig illegaleEinwanderer

Festgestellt werden häufig illegale Formen, sei es, beispielsweise dadurch, dass die Person, die ihre Dienste anbietet, keine Arbeitsgenehmigung in dem betreffenden Land hat bzw. illegal eingewandert ist. Besonders die Prostitution in den so genannten „Cabarets“ soll in den vergangenen Jahren sehr zurückgegangen sein, nicht zuletzt durch die Abschaffung des Künstlervisums im Jahr 2004. Andere Formen der Prostitution sind dagegen in Erscheinung getreten, etwa durch das Aufkommen zwielichtiger Massagesalons oder die Möglichkeiten, die das Internet heutzutage bietet.

Fast 20 Millionen Euro pro Jahr für Drogen

Summa summarum kommt Statec auf folgende beachtliche Zahlen: Die Einwohner Luxemburgs geben jährlich insgesamt 19,6 Millionen Euro für illegale Drogen aus. Satte 80,4 Millionen steckten sie Prostituierten für ihre Dienste zu.