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„Doom“ entzückt mit Neuauflagen auch jene, die die Originale kaum kennen

Kaum ein Spiel hat einen solchen Einfluss gehabt wie „Doom“. 1993 erschütterte das Spiel aus der Softwareschmiede id Software die Computerspielewelt. Schnelle 3D-Action, Gore und ausgeklügeltes Leveldesign fusionierten hier zu einem Klassiker. Der Soundtrack, die Optik und die rebellische Grundhaltung passten perfekt in die generelle Gemütslage der Gen X in den 1990ern. Doch wie steht es mit jenen, die das Spiel zum ersten Mal nach den 1990ern gespielt haben?

Stressige Zeitenfür Doomguy

Frank hat seine erste Erfahrung mit der Serie mit dem Erscheinen von „Doom 3“ (2004) gemacht. „Ich habe das Spiel zwar nicht durchgespielt, aber für damalige Verhältnisse war die Grafik unglaublich. Vor allem die dynamischen Schatten waren richtig gut“, erzählt er. Das Gameplay sei bei weitem nicht so arcadig gewesen, aber hätte ihm trotzdem sehr gut gefallen.

Richtig zur Serie gestoßen sei er jedoch erst mit dem Erscheinen des Remakes beziehungsweise Reboots aus dem Jahr 2016. Darauf angesprochen, was ihn an dieser Neuinterpretierung besonders gefiel, meinte er: „Vor allem das schnelle Gameplay und die Art des Stresses, den man als Doomguy erlebt. Ich denke, das wurde in ,Doom Eternal‘ (2020) noch mal mit dem Humor wie aus Trashfilmen der 1980er auf die Spitze getrieben. Das, kombiniert mit Metal, macht es perfekt.“

Nach eigener Einschätzung spielt Frank eigentlich nicht so viele Shooter, auch weil er nicht so gut im Zielen sei. Doch bei „Doom“ sei das ein Stück weit anders: „Das eher taktische Wechseln von Waffen, um die Schwächen der Gegner auszunutzen - Dieses Gameplay hebt sich krass von anderen Shooter ab.“ Von den beiden Originalen aus den 90ern hält er sich indes noch fern. „Das ist eben schwierig mit der Grafik. Ich hatte mir vorgenommen, sie durchzuspielen, hab es aber bisher nur durch den ersten Level geschafft. Da denke ich, dass ich eher noch einmal ,Doom Eternal‘ spiele als das Original oder ,Doom 2‘.“

Läuft fast überall

Wer sich heute nach dem Spielen des Reboots aus 2016 und „Doom Eternal“ (2020) an die Originale heranwagt, muss sich tatsächlich an die altbackene Grafik gewöhnen. Doch überraschend viel von den Grundfesten der ursprünglichen Spiele sind in den neuen Versionen immer noch vorhanden. Geschwindigkeit, taktisches Bewegen und - wie Frank erwähnte - die richtige Wahl der Waffe sind der beste Weg durch die höllischen Level von „Doom“. Es ähnelt einem Tanz, wenn geübte Spieler sich durch die Labyrinthe kämpfen, Schlüssel sammeln, Dämonen erlegen und den Ausgang suchen.

Wer sich wundert, wo eigentlich das Original-„Doom“ gespielt werden kann, dem kann man gute Nachrichten überbringen. Bethesda, die Inhaber der Serie und des Studios id Software haben im vergangenen Jahr die beiden ursprünglichen Titel auf so ziemlich jede Plattform portiert.

Auch wenn es hier Startschwierigkeiten gab, sind diese neuen Umsetzungen für PS4, Xbox One und Switch zu empfehlen. Mittlerweile ist selbst die Unterstützung von Mods implementiert. Damit ist ein weiterer wichtiger Grundstein der Originale erhalten blieben. Eine riesige Community hat sich in den frühen Tagen des Internets gebildet. Hier wurden Level oder komplette Konvertierungen der Originalspiele geschaffen und geteilt. Der Leveleditor des Remakes zollt dem Respekt, wurde jedoch leider für „Doom Eternal“ eingespart.

Ein besonders empfehlenswertes Schmankerl stellt übrigens „Doom 64“ dar. Das lange Zeit vergessene und vernachlässigte Spiel für - der Name lässt es erahnen - den Nintendo 64 war nicht eine simple Portierung des Erstlings. Ganz im Gegenteil: Es handelte sich um einen echten Nachfolger von „Doom 2“, wobei der Grafikmotor reichlich aufgemotzt wurde. Herauskam ein bedrückend klaustrophobisches Spiel, das mittlerweile auch auf sämtlichen Plattformen zu finden ist.