Um kurz vor 6.00 läuten gestern Morgen die Glocken der Pfarrkirche St. Michael in Bollendorf - das Zeichen für die Pilger von Grossprüm und Waxweiler, sich auf das letzte Teilstück in Richtung Echternach zu bewegen. Denn das Ziel ist wie seit vielen Jahren die Springprozession und das Grab des heiligen Willibrord. Wird sich doch erzählt, dass Willibrord, als er die Eifel reformiert hat, irgendwann nach Waxweiler gekommen sei und in der schönen neuen Kirche eine große Party vorfand. Alles habe getanzt - und da habe Willibrord die Waxweiler verflucht, dass sie springen und sich in Echternach entschuldigen sollten - wohl nur eine nette Legende.
Und doch: Bereits am Pfingstsonntag starteten sie wieder nach alter Tradition von Prüm zur Wallfahrt in die Abteistadt. Nach einer kurzen Andacht in der Salvator-Basilika wurde aufgebrochen. Die Pilger marschierten über Niederprüm, Pronsfeld und Lünebach nach Waxweiler, in den jeweiligen Orten wurden und werden die Pilger vom ortsansässigen Musikverein begleitet. In Waxweiler steht die erste Übernachtung an. Am Pfingstmontag geht es dann über Neuerburg, Sinspelt, Mettendorf, und Nusbaum nach Bollendorf, wo letztes Pilgerquartier bezogen wird.
Die Pilgerblasen merkt man nicht mehr
Und auch gestern starteten die Pilger kurz vor 6.00 und wurden gegen 7.30 an der Brücke am Grenzübergang nach Echternach von einer Abordnung des Echternacher Willibrordus Bauverein empfangen und in die Kirche von Echternach geleitet - dies mit dem luxemburgischen Erzbischof Hollerich an der Spitze. „Jetzt sind wir angekommen, und die zwei Blasen an meinem Fuß merke ich gar nicht mehr“, resümiert eine Pilgerin im Vorhof der Basilika.
Schließlich musste ja auch noch gesprungen werden, zu Ehren des Heiligen Willibrord. 43 Gruppen stellten sich auf, um wieder springend zu beten, zum Grab des „Heiligen der Europäer“. Und die offiziellen Zahlen überzeugen auch diese Jahr: Insgesamt wurden 10.275 Teilnehmer in der Abteistadt gezählt, die sich aus 1.020 Betern, 1.470 Musikanten und 7.715 Springern zusammensetzten. Darüber hinaus waren 70 christliche Würdenträger anwesend.
Weltkulturerbe
Immerhin wurde die Echternacher Springprozession am 16. November 2010 auf die Unesco-Liste der immateriellen Kulturgüter der Menschheit aufgenommen. Dank dieses Beschlusses ist der Bestand dieser jahrhundertealten Tradition durch die Satzung der Unesco-Konvention, welche einstimmig von der Luxemburger Abgeordnetenkammer angenommen worden war, gesichert.
Alle Infos unter
www.tinyurl.com/Willibrordus





