BASCHARAGE/LUXEMBURG
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Der Spendenausschuss hat sich auf einen Verteilungsschlüssel geeinigt

Als am 9. August ein Tornado über Käerjeng und Petingen tobte, konnte kaum jemand die Naturgewalt fassen, noch weniger das Schadensbild das danach blieb. Sachwerte im Gegenwert von 100 Millionen Euro waren in wenigen Minuten zerstört worden. Aber auch die nationale Solidarität und die Spendenbereitschaft waren groß.

Letzte Woche trafen sich der Petinger Bürgermeister Pierre Mellina, Frank Pirrotte, Beigeordneter der Gemeinde Käerjeng, Vertreter der Caritas, des Roten Kreuzes, von „Käerjeng hëlleft“, der Sozialämter beider Gemeinden in Bascharage, um über die Verteilung der für die Tornado-Opfer gesammelten Gelder zu entscheiden.

Hilfe für ungedeckte Schäden

Der Schaden, der den Versicherungsgesellschaften gemeldet wurde, belief sich auf rund100 Millionen Euro. Die Frist für Anfragen an das Familienministerium auf Unterstützung endete am 1. März 2020. Gleichzeitig konnten die vom Sturm Geschädigten auch Anträge an die Sozialämter von Käerjeng und Petingen richten, um aus dem nach dem 9. August 2019 geschaffenen Spendentopf für die Schäden entschädigt zu werden, die weder von den Versicherungen, noch vom Familienministerium erstatteten wurden. Aufgrund der COVID-19-Krise war die Frist für Anträge bis zum 31. Mai verlängert worden. Der Spenden-Begleitausschuss teilte die Anträge in drei Kategorien auf: Wohnen, Auto & Motorrad und Grabstätten.

Aktuell beläuft sich das Volumen der Anträge, sowohl von vollständigen (85), als auch von noch unvollständigen (69), auf 1.680.057 Euro.

Dem stehen eingegangene Spenden in Höhe von 1.029.968 gegenüber. Deren Verteilung soll nun nach folgenden Schlüssel erfolgen: Im Bereich Wohnen werden 70 Prozent der Kosten mit einer Obergrenze von 50.000 Euro übernommen. Für Auto oder Motorrad werden 50 Prozent der Kosten erstattet, mit einer Deckelung bei 10.000 Euro. Bei beschädigten Grabstätten werden 70 Prozent übernommen. Außerdem wird jeder Antrag mit einer Gesamthöhe von weniger als eintausend Euro vollständig abgedeckt.

Eine Reserve bleibt

Der Gesamtbetrag der so auszuzahlenden Beihilfen beläuft sich vorläufig auf 915.874,97 Euro. Der verbleibende Restbetrag, wird für die Fälle in der Spendenkasse bereitgehalten, in denen man noch auf einen Kostenvoranschlag für die Arbeiten wartet.

Der Spendenausschuss beschloss außerdem zusammen mit den beiden Gemeinden Bäume zur Erinnerung pflanzen zu wollen

Den Antragstellern wird schriftlich mitgeteilt, dass die Verfahren mit kompletten Unterlagen abgeschlossen werden und die entsprechende Zahlung geleistet wird. Sind die Unterlagen noch unvollständig, dann sind die beiden Sozialämter gehalten die fehlenden Unterlagen bei den Antragstellern nachzufragen. Hier gilt eine Frist bis zum 15. Juli. Eine allerletzte Frist läuft am 8. August, ein Jahr nach der Katastrophe ab.