Gestern Nachmittag besuchte Premier Jean-Claude Juncker die Baustelle der „Grossgasmaschinn“, die sich auf dem ArcelorMittal-Gelände in Differdingen befindet. Wie Nicolas Didier, Präsident der Vereinigung „Groussgasmaschinn“ bei seiner Begrüßung unterstrich, ist das gesetzte Ziel, die „Grossgasmaschine“, die seitens der Kulturministerin Octavie Modert im August 2007 in die Liste der Nationalen Monumente aufgenommen wurde, mit anderen historischen Anlagen und Ausrüstungen, die zur Energiegewinnung dienten, die feste Bestandteile des Museums für industrielle Energie sind. Des Weiteren gehe es darum, die Gebäude der Gaszentrale der Differdinger Eisenhütte zu erhalten. Das Ganze soll dann in ein Zentrum für Wissenschaft und Technologie integriert werden.
Das Erbe der Stahlindustrie soll nicht verloren gehen
Zielsetzung ist es, das Interesse der Jugend an der Wissenschaft, der Technologie und der Energetik zu vertiefen. Gleichzeitig soll sich hier eine weitere touristische Attraktion entwickeln, dies in einer Region, die über Generationen von der Schwerindustrie geprägt war.
Aus Industrieabfall wurde Energie gewonnen
Die „Grossgasmaschinn“, die die Nummer elf trägt, wurde 1939 in Betrieb genommen. Aus den Gasen der Hochöfen, die zu der Zeit als Industrieabfall galten, wurde Elektrizität gewonnen, um die Stromversorgung der Eisenhütte in Differdingen zu gewähren. Auch wurde ein Teil der hier produzierten Energie ins Nationale Stromnetz eingespeist.
Die „Grossgasmaschinn11“ wurde 1938 durch die Firma Ehrhardt & Semmer in Saarbrücken gebaut. Mit einer Leistung von 11.000 PS und einer Drehzahl von 94 in der Minute, gilt sie als der größte Gasmotor, der jemals weltweit gebaut wurde und wahrscheinlich auch letztes Exemplar dieser Generation. Sie wurden durch die viel effizientere Dampfturbinen abgelöst, eine Technologie, die bis heute überlebt hat.
Mit 20 Millionen Franken, war dieses Projekt das größte, das die HADIR, der damalige Besitzer, in den 1930iger Jahren verwirklicht hatte.
„Luxemburger Know how, auf das man stolz sein kann“
Als „echter Minettsdapp“ ist Premier Jean-Claude Juncker der Erhalt ehemaliger, historischer Industrieanlagen ein wichtiger Bestandteil, der kommenden Generationen zeigen soll, wo und wie der Reichtum des Landes erarbeitet wurde.
Gleichzeitig würdigte er die insgesamt zwölf ArcelorMittal-Mitarbeiter, die seit Januar 2012 die historischen Industrieanlagen meisterhaft wieder in Stand setzen. Die Arbeit die sie leisten, sei ein deutliches Beispiel des Luxemburger Know-how, auf das man stolz sein soll. Gleichzeitig hofft sich der Premier, dass verschiedene Projekte, die ebenfalls angesprochen wurden, junge Menschen auf den Geschmack an Wissenschaft und Technik bringen.



