Für manche Genres ist es schwieriger Storys zu erzählen als für andere. Zwar verlegte sich dieses Problem mehrmals in der Vergangenheit, doch bei einigen Genres ist es nun einmal schwierig, eine Geschichte an die Spieler zu bringen. Eines jener Genres, das sich seit einigen Jahren dennoch verstärkt daran versucht, ist das Fighting-Genre. „Arcana Heart 3 Love Max!!!!!“ versucht sich ebenfalls daran, doch kann leider keine Akzente dabei setzen.
Nur was für Kenner
Das liegt teils daran, dass die Feinheiten des Plots für Uneingeweihte vollkommen unverständlich bleiben. Wer sich nicht bereits in den ersten beiden Teilen hinein gearbeitet hat, wird hier keinen Anschluss finden. Das ist vor allem deshalb schade, weil die Entwickler bei Examu sich so viel Zeit und Mühe damit gemacht haben. Jeder Charakter hat seine eigene Perspektive und Geschichte und nach dem Durchspielen werden noch zusätzliche Storysequenzen freigeschaltet. Das ist toll für Fans, doch wie gesagt ist es schwer, der Story rund um interdimensionale Risse und verschiedenen Intrigen religiöser Institute zu folgen. Auch die für Visual Novel typische Art des Storytelling durch Standbilder und Textboxen steht im Kontrast zum bunten und actionreichen Gameplay.
Das ändert natürlich nichts daran, dass das Spiel Spaß macht: Mechanisch hat das Fighting-Spiel einiges zu bieten. Die Figuren fühlen sich alle anders an und die komplett weibliche Figurenauswahl ist auch optisch von einer beeindruckenden Vielfalt. Zwar sind die Kämpfe etwas langsamer als bei anderen Vertretern des Genres, doch das lässt etwas mehr Taktik zu. Neben den typischen leichten, mittleren und schweren Angriffen finden sich noch zwei Besonderheiten wieder: Zum einem ist da ein „Dash“-Knopf, der einen auf die Gegnerin zu stürmen oder fliegen lässt. Der andere greift auf das sogenannte „Arcana“ zurück, eine zusätzliche magische Macht, deren Patron sich von Mal zu Mal wechseln lässt. Diese Komponente bringt damit noch mehr taktische Möglichkeiten mit sich, worüber sich vor allem Profis des Genres freuen. Genau an die scheint sich das Spiel auch zu richten: An Fans der Serie und an Vollblut-Fighting-Spezialisten, die einfach alles spielen wollen. Bei der momentanen Trockenperiode, die im Genre herrscht, kann „Arcana Heart 3“ sehr gut diese Lücke füllen, vor allem die zusätzlichen Modi verleihen dem Titel ein langes Leben.
Technische Schwächen
Die Optik enttäuscht leider: Vor allem bei 2D-Fighting-Spielen ist man mittlerweile Top-Qualität gewohnt, doch „Arcana Heart 3“ setzt stur auf 4:3 und veraltete Sprites. Das ist vor allem wegen der gut gemachten Charaktere sehr bedauernswert. Vor allem auf der PlayStation Vita macht sich der fehlende Platz bemerkbar, denn das Bild wird dadurch nochmals verkleinert, während dann den Rändern statische Bilder der Figuren zu sehen sind. Doch wer sich wirklich für das Genre interessiert, muss wohl nüchtern feststellen, dass das Spiel gut läuft und ein mehr als kompetenter Pausenfüller ist.




