LUXEMBURG
MM

Konflikt im Bausektor droht zu eskalieren

Im Streit um einen neuen Tarifvertrag im Bausektor zeichnen sich weder Einigung noch Annäherung ab. Das erklärten am Donnerstag die beiden Gewerkschaften LCGB und OGBL bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Esch/Alzette.

Grund sei die verhärtete Position des Patronats, meinte OGBL-Sekretär Jean-Luc de Matteis. „Dem Sektor geht es gut, die Auftragsbücher sind voll“, sagte er dem „Journal“. Doch die Unternehmenslenker spielten bei Sozialdialog auf Zeit und versuchten damit, die Verhandlungen zum Kollektivvertrag zu torpedieren.

Während die Arbeitgeber eine Erhöhung des Mindestlohns um 0,7 Prozent in den Raum gestellt haben, was aber nur einen kleinen Teil (30 Prozent) der  Beschäftigten des Sektors beträfe, geht es den Personalvertretern um die „Erhöhung der Reallöhne um 1,5 Prozent pro Jahr“. Und zwar rückwirkend, da bereits 20 Monate verhandelt wird.

Die Zeichen stehen auf Arbeitskampf

Als weiteren Knackpunkt sehen die Gewerkschaften die Flexibilisierung der Arbeitszeiten an, wobei die Gegenseite darunter vor allem verstehen, an Tagen mit gutem Wetter mehr „vorzuarbeiten“, was für die Arbeitnehmer aber Einbußen und ein erhöhtes Gesundheitsrisiko bedeute.

In den letzten 20 Monaten gab es vier Treffen mit der Arbeitgeberseite, ohne dass eine Annäherung erreicht wurde.

Das seien längst keine Diskussionen mehr, urteilt de Matteis, weshalb nun die Gewerkschaften in den nächsten Wochen Aktionen bis hin zum klassischen Arbeitskampf starten würden.