LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Breaking Bad“ unterhält, weil es die Herstellung von Drogen akzentuiert

Drogen spielen in US-Serien immer wieder eine Rolle. Doch die thematische Dominanz, die sie in „Breaking Bad“ einnahmen war neu und half der Serie auf dem Weg zu ihrem Erfolg. Während die meisten Serien sich auf Helden konzentrieren, die im Rahmen von Polizeiserien sehr direkt gegen Drogen kämpfen, zeigt „Breaking Bad“, wie eine Person, der Chemie-Lehrer Walter White, langsam aber sicher in einen Drogensumpf hinabrutscht. Dies tut er nicht als Konsument, der sich der Bewertung der Zuschauer stellt, sondern als Produzent.

Neue Perspektive

Genau dies ist die Note, die Breaking Bad interessant und einzigartig macht. Denn während die Populärkultur sich meistens auf Dealer einschießt und die eigentlichen Produzenten nur gelegentlich im Hintergrund einer Szene zu sehen sind, zeigt „Breaking Bad“ die Produktionsprozess. Das heißt: Jede Menge Chemie, die unter teils unmöglichen Rahmenbedingungen stattfinden muss. Sicher spielt die dramatische Rahmenhandlung eine wichtige Rolle, doch es ist auch der frische Blick auf den „Bösewicht“ der eine hochkomplexe Aufgabe übernimmt und dadurch den Prozess des „Meth“-Kochens in den Vordergrund stellt. Damit dies auch so adäquat wie möglich dargestellt wurde, mussten die Skripts von einer Chemikerin der Universität von Oklahoma gegengecheckt werden.

Die Vernarrtheit in den wissenschaftlichen Aspekt verstärken natürlich die Position von Walter White als jemanden, der nicht mit den Konsequenzen seines Handelns und seines Wissens umgehen möchte. Doch abseits der Faszination für das Chemische zeigt die Serie auch den ganzen Schaden, den die Droge gesellschaftlich und menschlich betrachtet anrichten kann. Wie in der Chemie ist auch hier das Zusammenspiel der Elemente komplex.