LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Kinofilm „Downsizing“ treibt auf der momentanen Öko-Schiene

Der amerikanische Regisseur Alexander Payne wurde im Jahr 2002 durch seinen Film „About Schmidt“ bekannt. Er gewann zwei Oscars für die Drehbücher von „Sideways“ und „The Descendants“, die er ebenfalls realisierte. Sein neuster Film „Downsizing“ bewegt sich auf der momentanen Öko-Welle, die Allheilmittel für alle Probleme der Menschheit sucht, theoretisch findet und oft unfundiert propagiert.

Die Lösung aller Probleme?

Der Film beginnt mit einem Experiment von Dr. Jorgen Asbjornsen (Rolf Lassgard) in Norwegen. Fünf Jahre später stellt Dr. Andreas Jacobsen (Soren Pilmark) das Resultat der Öffentlichkeit vor. Asbjornsen gelang es, einen Menschen um das Vielfache seiner Masse zu reduzieren. Ein Mann von 1,80 Meter wurde so auf rund zwölf Zentimeter verkleinert. Asbjornsen war der erste Mensch, der geschrumpft wurde. Die Verkleinerung der gesamten Erdbevölkerung ist in seinen Augen die Lösung aller ökologischen und wirtschaftlichen Probleme auf der Erde. In Amerika verfolgt Paul Safranek (Matt Damon), der seine kranke Mutter (Jayne Houdyshell) zuhause pflegt, die Vorstellung der Erfindung im Fernsehen.

Zehn Jahre später ist der Verkleinerungs-Prozess kommerzialisiert, und mit „Leisureland“ ist eine Miniaturwelt erschaffen worden, in der die kleinen Menschen leben können. Paul hat in der Zwischenzeit Audrey (Kristen Wiig) geheiratet. Sie begegnen dem früheren Schulkameraden Dave (Jason Sudeikis), der sich mit seiner Frau Carol (Maribeth Monroe) verkleinern ließ. Da die Safraneks finanzielle Probleme haben, entscheiden sie sich für die Verkleinerung und ein besseres Leben, da ihr Geld in „Leisureland“ ein Vielfaches mehr wert ist, und wo zum Beispiel eine Diamantenkette mit passenden Ohrringen und Armband nur 83 Dollar kostet. Mit viel Angst und Hoffnungen geht die Reise nach „Leisureland“ los.

Nicht ausgereift

Um den Plot nicht zu verraten, kann hier die Geschichte nur kurz erzählt werden. Paul soll seine Luxusherberge mit einem schäbigen Appartement tauschen, ein sozialer Fall, der im Film kaum erklärt wird. Er lernt Dusan Mirkovic (Christoph Waltz) kennen, einen ausgeflippten Geschäftsmann, sowie dessen Freund Konrad (Udo Kier). Bei Dusan arbeitet Ngoc Lan (Hong Chau) als Putzfrau. Sie wurde in Vietnam wegen Rebellion eingesperrt, dann verkleinert und illegal nach Amerika abgeschoben. Auf dieser Reise verlor sie ihren Unterschenkel. Paul will ihre Prothese reparieren. Bei Ngoc Lan zuhause entdeckt er eine andere Welt: Slums außerhalb der Begrenzung von „Leisureland“, wo sich Ngoc Lan der Hilfe von Minderbemittelten verschrieben hat.

Was als hoffnungsvoller Science-Fiction-Film begann, artet in einem sozialen Drama aus. Nur werden die Umstände, wie diese Slums entstanden nicht erklärt, und man muss annehmen, dass sie so wie die anderen Elendsquartiere der Welt mit dem Wohlstand heranwuchsen. Dann kehrt der Film auf die Öko-Schiene zurück, als bekannt wird, dass Methan mit dem Abbrechen von Eismassen in der Arktis freigesetzt wurde, und die Menschheit definitiv aussterben wird. Wiederum wird diese Thematik nur angeschnitten, und das Für und Wider nicht behandelt. Wissenschaftlich ist dieses Problem sehr umstritten, gilt aber im Film für Asbjornsen als Ursache, welche die Menschheit auslöschen wird.

Die vielseitigen Problematiken im Film sollte man sich durch den Kopf gehen lassen, aber im Endeffekt wird man keine hundertprozentigen Lösungen finden.

Christoph Waltz ist wieder grandios in der Rolle dieses kuriosen Dusan. Aber um allein wegen ein paar Denkanstößen und Christoph Waltz ins Kino zu gehen, das muss man sich gut überlegen.