LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Denis Castellas stellt ab heute in der Galerie Bernard Ceysson aus

Err habe noch vor nicht allzu langer Zeit zu einem Bekannten gesagt, dass er niemals Buchstaben in seinen Arbeiten verwenden würde. Denis Castellas hat seinen Vorsatz über den Haufen geworfen und im vergangenen Jahr eine Bilderserie realisiert, in denen zum ersten Mal in seiner langen Karriere Buchstaben und Schriftzüge auftauchten.

Zurück zur Malerei

Castellas steht im gewölbten Keller der Galerie Bernard Ceysson am Fischmarkt und begutachtet zwei Arbeiten dieser älteren Serie, die er für seine Ausstellung nach Luxemburg mit gebracht hat. Auf einem Streifzug durch seine neue Wahlheimat New York - der Franzose pendelt seit vier Jahren zwischen dem Big Apple und Nizza hin und her - stieß er auf den Schriftzug „Lyrical Ballads“, der ihm ein sehr konkretes Bild vor sein inneres Auge zeichnete. Die zwei Bilder, auf denen Buchstaben und Schriftzüge sich wie Kollagen über den einzelnen Farbschichten verbreiten, bilden den Ausgangspunkt seiner neuen Bilderserie, die der Franzose für die Ausstellung in Luxemburg angefertigt hat.

Denis Castellas fand vor einigen Jahren zur Malerei zurück, zu der er über 20 Jahre auf Distanz gegangen ist. Lange Jahre erschuf er Kunstinstallationen und -objekte, irgendwann sei er dann zur Malerei zurückgekehrt, habe wieder angefangen, figurativ zu malen, erinnert sich Castellas beim Gang durch die Galerie in Luxemburg.

Kosmos als Inspirationsquelle

Vor vier Jahren hat er New York zu seinem zweiten Wohnsitz auserkoren: Es sei nicht die amerikanische Kunst, die ihn inspiriere, sondern die Stadt, ihre Räume.

Befindet sich Castellas in der US-amerikanischen Metropole an der Westküste, lässt er sich von dieser massiv inspirieren. Zum Beispiel zu einer Serie von großformatigen Bildern, auf denen das Vogelmotiv dominiert. Er sei jedoch nicht der typische Vogelmaler, bemerkt Castellas mit einem leichten Lächeln. Als er eine Bäckerei verlassen habe, habe er im Schaufenster neben dem Backshop eine Briefmarke mit einem Vogelmotiv erblickt, die ihm als Grundlage für das eine oder andere Werk gedient habe: „Sofort sagte ich mir ‚Damit kannst du arbeiten‘“.

Denis Castellas’ neue Bilder, bei der er ausschließlich mit Graphit malte, zeigen Fotoschwärme, die ineinander verknäuelt sind, gleichzeitig jedoch voneinander isoliert scheinen. Er sei vom Kosmos inspiriert, erklärt Castellas, auf seine aktuellen Vogel-Werke blickend und hält kurz inne - seine Bilder seien jedoch keine Illustrationen vom Kosmos.


Denis Castellas’ Werke sind noch bis zum 18. Januar 2014 in der Galerie Bernard Ceysson zu sehen - www.bernardceysson.com