LUXEMBURG
MM

Trennung von Auslandsgeschäften schmälert Gewinn der BGL BNP Paribas

Die BGL BNP Paribas spürt die Niedrigzinsen. Trotz einer „guten Entwicklung des kommerziellen Geschäfts“ stand unterm Strich beim Nettobankergebnis 672,6 Millionen Euro, zwei Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2015. Das gab das Geldhaus gestern bei der Präsentation des Halbjahresergebnisses bekannt. Das konsolidierte Nettoergebnis der Gruppe beläuft sich auf 149,3 Millionen Euro, was einem Rückgang um 25,6 Millionen Euro oder rund 15 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2015 (damals 174,9 Millionen Euro) entspricht. Mit verantwortlich dafür waren Verkaufsverluste. Demnach schlug der Verkauf von Tochtergesellschaften im Rahmen der Neuausrichtung des Geschäfts außerhalb Luxemburgs mit Kosten von 24,3 Millionen Euro zu Buche.

Bankbetrieb läuft gut

Der Bereich Retail & Corporate Banking Luxembourg verzeichnete einen Anstieg des durchschnittlichen Kreditvolumens um 1,7 Prozent, was auf die Zunahme der Kredite an Privatpersonen, insbesondere im Bereich der Immobiliendarlehen, zurückzuführen sei, während das durchschnittliche Einlagenvolumen um 11,8 Prozent stieg. Zudem profitierte die Vermögensverwaltung der Bank von kräftigen Kapitalzuflüssen. „Der Bereich Wealth Management hat das verwaltete Vermögen der internationalen Kunden in den Segmenten Very High Net Worth Individuals und Ultra High Net Worth Individuals im ersten Halbjahr 2016 weiter steigern können“, teilt die BGL BNP Paribas dazu mit. Durch Nettozuflüsse in Höhe von 700 Millionen Euro konnten negative Markteffekte ausgeglichen werden. Auch das internationale Leasing-Geschäft zog an. „Das Bankgeschäft wurde jedoch durch das niedrige Zinsniveau und ein ungünstiges Börsenumfeld stark beeinträchtigt“.

Steigende Kosten

Was auf der anderen Seite aber ebenfalls gestiegen ist, sind die Kosten. Demnach kletterten die um drei Prozent auf 337,7 Millionen Euro, was auf Abgaben an den Einheitlichen Abwicklungsfonds und den luxemburgischen Einlagensicherungsfonds zurückzuführen sei, wie die Bank mitteilte. Sie hat auch mit Eigenmitteln ihr Kapitalpolster aufgestockt, das mit 23,6 Prozent weit über dem aufsichtsrechtlich geforderten Mindestwert liegt.

Als Höhepunkte im ersten Geschäftsjahr bezeichnet die BGL BNP Paribas das groß angelegte Projekt zur Umgestaltung der Zweigstellen, das die Bank 2011 auf den Weg gebracht hat und das sich eigenen Angaben nach nun in der letzten Phase befindet. Daneben wird auch die erneute Vereinbarung zwischen Europäische Investitionsbank (EIB) und BGL BNP Paribas über ein EIB-Darlehen in Höhe von 50 Millionen Euro für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Midcap-Unternehmen hervorgehoben.

Zudem stand das erste Halbjahr im Zeichen der Fertigstellung der neuen Gebäude auf dem Kirchberg: Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter der BNP Paribas Gruppe in Luxemburg hat ihren Arbeitsplatz inzwischen am Standort des Centre Bancaire Kirchberg, der mit einer Fläche von 99.000 Quadratmeter den Hauptsitz von BGL BNP Paribas sowie zwei neue Gebäude mit sechs respektive vierzehn Stockwerken umfasst.

Von der Fachzeitschrift Euromoney ist die BGL BNP Paribas im Juli zur „Best Bank in Luxembourg“ des Jahres 2016 gewählt worden; die BNP Paribas-Gruppe wurde zur „World’s Best Bank“ des Jahres 2016 gekürt.