LUXEMBURG
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Pläne gegen Luft- und Lärmverschmutzung - Die Meinung der Bürger ist gefragt

Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur aus dem letzten Jahr lieferte erschreckende Zahlen: rund 400.000 Bürger seien an den Konsequenzen von Luftverschmutzung gestorben, etwa 12.000 an den Folgen der Lärmbelastung. „Luft- und Lärmverschmutzung bleiben die hauptsächlichen Umweltbedrohungen für die Gesundheit der Europäer“, fasst die Umweltverwaltung das Problem in einer Mitteilung zusammen, in der hauptsächlich aufgeführt wird, wie Luxemburg gegen diese Verschmutzungen ankämpft. Da gibt es zum einen vier Aktionspläne gegen Lärmverschmutzung, die  sich um vier besondere Lärmquellen drehen: Die Straßen mit mehr als drei Millionen Fahrzeugpassagen im Jahr, die Hauptschienenstränge mit mehr als 30.000 Zugbewegungen jährlich, die Hauptstadt und die an sie grenzenden Gemeinden, in der sich tagsüber der Berufsverkehr konzentriert und der Flughafen.

Konsultierungsprozedur

Laut der aktuellsten Lärmkartografie aus dem Jahr 2016 gehören zu den betroffenen Verkehrsachsen neben den Autobahnen eine Menge innerstädtischer Boulevards, aber auch eine Reihe von „chemins repris“, besonders in Grenznähe, über die sich der Verkehr tagaus tagein ins Land hinein und wieder hinauswälzt. Lärmreduzierungsmaßnahmen gibt es viele: von der systematischen Berücksichtigung des Lärmkriteriums bei der Planung von Straßen, über lärmabsorbierenden Belag, die akustische Isolierung von Wohnhäusern, Lärmschutzwälle längs von Verkehrsachsen und natürlich die Förderung von Elektroautos und dem Umstieg auf den öffentlichen Transport.
Die vier dicken Entwürfe, die am vergangenen 25. September vom Regierungsrat gut geheißen wurden, liegen nun zur Einsicht in den Gemeinden für 60 Tage bereit. Während dieser Zeit können die Bürger ihre Bemerkungen dazu schriftlich an den Bürgermeister und Schöffenrat ihrer Kommune weiterreichen. Auch hat die Umweltverwaltung für den 19. und 20. Oktober jeweils um 17.00 sogenannte „Webinare“ zur Erläuterung der Pläne anberaumt. Die Links zu den Videokonferenzen über emwelt.lu kommen noch.
Der Regierungsrat hat auch einem Plan und einem Programm für den Kampf gegen die Luftverschmutzung grünes Licht erteilt. Ziel ist die Einhaltung der europäisch vorgeschriebenen nationalen Emissionsziele für Schwefeldioxid, Stickoxide, Ammoniak, flüchtige organische Verbindungen und Feinpartikel.
Auch hier steht die Mobilität im Vordergrund, sind doch etwa die Förderung sauberer Fahrzeuge, des öffentlichen Transports und alternativer Fortbewegungsmittel sowie die Stärkung der Flüssigkeit des Verkehrs wichtige Hebel. Aber auch die Minderung der Luftverschmutzung durch veraltete Heizanlagen, die bessere Hausisolierung und die Reduzierung der Treibhausgasausstöße aus Industrie und Landwirtschaft tragen natürlich dazu bei.
Bis zum 1. Dezember können die Bürger ihre Bemerkungen zum Programm gegen Luftverschmutzung einbringen. Der nationale Plan zur Luftqualität, der sich hauptsächlich mit Stickstoffdioxid und Feinstaub befasst, wird laut Ministerium erst Ende des Jahres vorgelegt.
Alle Dokumente und Daten zu den Themen können hier abgerufen werden:
www.tinyurl.com/pollutionsonoreatmospherique