SIMONE STEIL

Am Weltnichtrauchertag an diesem Mittwoch wird an die mit dem Tabakkonsum verbundenen Risiken erinnert und für wirksame Konzepte zu seiner Bekämpfung geworben. Einer rezenten von der „Fondation Cancer“ in Auftrag gegebenen TNS Ilres-Studie zufolge rauchen derzeit 20 Prozent der Einwohner Luxemburgs. Verschiedene Maßnahmen und Kampagnen sollen dazu beitragen, die Zahl der Raucher zu verringern. Morgen kommt das verschärfte Antitabakgesetz in der Abgeordnetenkammer zur Abstimmung.

„Der Tabak ist deshalb so gefährlich für die Gesundheit, weil er über 4.000 verschiedene identifizierte Substanzen enthält, von denen 70 nachweislich krebserregend sind und 250 zu Irritationen der Atemwege führen können oder andere gesundheitsschädliche Effekte haben. Das macht also aus dem Tabak eines der größten Gesundheitsrisiken überhaupt. Weltweit sterben jedes Jahr sieben Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Ein Viertel der Langzeitraucher verliert bis zu 25 Lebensjahre durch chronischen Konsum. In der EU ist der Tabakkonsum immer noch die erste vermeidbare und vorzeitige Todesursache. 700.000 Menschen sterben jährlich in der EU an den Folgen ihres Konsums. In Luxemburg werden pro Jahr rund 1.000 Todesfälle gezählt, die in Verbindung mit dem Rauchen stehen. Um darauf hinzuweisen, starten wir jedes Jahr im Rahmen des Weltnichtrauchertags eine Kampagne. Gleichzeitig möchten wir auf das neue Gesetz hinweisen, das am 1. Juni verabschiedet wird. 

Es geht darum, eine europäische Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Das neue Antitabakgesetz geht aber über das hinaus, was die EU- Direktive vorsieht. Diese regelt die Herstellung, die Präsentation und den Verkauf der Zigaretten und der Tabakwaren im Allgemeinen. Zum Beispiel werden die spezifischen Aromen, die in Zigaretten enthalten sind, wie Menthol oder Vanille, verboten. Die Produzenten und Importeure müssen die Autoritäten genauestens über die Ingredienzen, die in den Tabakprodukten enthalten sind, informieren. Außerdem sind neue Regelungen bezüglich der Verpackung vorgesehen. Sie müssen unter anderem mit einer allgemeinen Warnung sowie einer wissenschaftlichen Information versehen sein. Auch für die elektronische Zigarette werden Sicherheits- und Qualitätsbestimmungen eingeführt. 

Das nationale Antitabakgesetz geht über diese Forderungen hinaus, so wird etwa das Rauchverbot auf öffentliche Plätze ausgedehnt, wie Spielplätze sowie Sportinfrastrukturen und -plätze, wo unter 16-Jährige aktiv sind, dies um präventiv gegen den Tabakkonsum bei der jungen Generation vorzugehen, aber auch um die Bürger generell auf die gesundheitsschädlichen Auswirkungen vom Passivrauchen aufmerksam zu machen, sie zu schützen und natürlich auch um das Verantwortungsbewusstsein der Eltern zu wecken. Ein anderer Aspekt, der über das hinausgeht, was die EU-Richtlinie vorsieht, ist das Rauchverbot im privaten Auto, wenn Minderjährige unter zwölf Jahren an Bord sind. 

Die E-Zigarette wird zudem mit der normalen Zigarette gleichgestellt, was den Konsum an öffentlichen Orten anbelangt. Dort, wo nicht geraucht werden darf, ist auch die elektronische Zigarette künftig verboten. Darüber hinaus wird es mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes verboten sein, Tabakprodukte und E-Zigaretten an unter 18-Jährige zu verkaufen. Bislang lag das Mindestalter bei 16 Jahren.“