LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

Die Krankenhausföderation FHL wurde 50 Jahre alt

Die Krankenhausföderation FHL ist Plattform für den Austausch und zur Abstimmung der mittel- und langfristigen Entwicklung des Sektors. Sie dient als Ansprechpartner der Gesundheitspolitik und verhandelt als Arbeitgeberverband die Kollektivverträge sowie die Konvention und das Budget mit der CNS. Daneben übernimmt sie Aufgaben wahr wie den gemeinsamen Einkauf, die Arbeitsmedizin, die Kontrolle schwerer Geräte und die Koordinierung der Informatik. Am Mittwoch feierte sie im Rahmen einer akademischen Sitzung im Beisein des erbgroßherzoglichen Paares ihr 50-jähriges Bestehen.

Zunehmend regulierter Sektor

Präsident Paul Junck verwies in seiner Ansprache auf die Herausforderungen für einen Sektor, der zunehmend reguliert werde, finanziell unter Druck stehe und der der alternden Bevölkerung gerecht werden müsse. Diesen Zwängen des Sektors stünden Patienten und Ärzte gegenüber, die weitgehende Freiheiten hätten und dadurch eine Steuerung erschwerten.

„Die Krankenhäuser sind bereit, ihre Rolle neu zu definieren“, sagte er. Dazu zählte er die politisch geforderte Spezialisierung und Bildung von Kompetenzzentren, für die erste Reflektionen auf dem Tisch liegen. Aber auch die Verteilung des Gesamtbudgets für den Sektor, das mit der Gesundheitsreform 2011 eingeführt wurde, die Erstellung von Globalkostenrechnungen für eine Krankenhausbehandlung sowie eine verlässliche und transparente Dokumentation der Aktivitäten.

In eingespielten Videobeiträgen kamen auch noch andere Vertreter aus dem Krankenhauswesen zu Wort. So bezeichnete Vize-Präsident Georges Bassing (CHdN) die Umsetzung der Beamtenreform im Sektor, ohne dass die Kosten explodieren, als größte kurzfristige Herausforderung.

Auch der Beitrag von Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) zum Jubiläum ihres „priviligierten Partners“ wurde per Video gezeigt - sie weilte am Mittwoch noch in New York auf der UN-Frauenkonferenz. „Die Aktionen der Regierung zielen darauf ab, das Krankenhauswesen zu modernisieren, ohne den gleichen Zugang für die ganze Bevölkerung zu Behandlungen zu vernachlässigen.“

Sie strich die angestrebte Spezialisierung der Krankenhäuser hervor sowie die Verbesserungen bei Informatik und Dokumentation: „Wir brauchen breite Kenntnisse über die Aktivitäten, um sie besser steuern zu können.“ Mutsch ging aber auch auf die Modernisierungsarbeiten an den Infrastrukturen ein, die nun bald beginnen sollen. Dazu gehören die Modernisierung der ZithaKlinik sowie die geplanten Neubauten: Das „Südspidol“, das städtische Krankenhaus am CHL, in das das Herzchirurgie-Zentrum integriert werden soll sowie die neue Reha-Klinik des Neuropsychiatrischen Krankenhauszentrums CHNP in Ettelbrück.