LUXEMBURG
JEFF KARIER

„Drops & Points“- Premiere von Pascal Schumacher in der Philharmonie

Das Schubladendenken sollte man an der Tür abgeben, wenn man sich auf das neue Album „Drops & Points“ von Pascal Schumacher einlassen will. Der renommierte luxemburgische Jazzmusiker, dessen bevorzugtes Instrument das Vibrafon ist, ging bei seiner neuen Platte neue Wege. Denn im Gegensatz zu Alben wie zuletzt „Left Tokyo Right“ oder auch „Here we Gong“ ist „Drops & Points“ nicht mehr als ein Jazzalbum zu bezeichnen.

Eingeflossen sind nämlich viele Musikrichtungen, oder jeweils auch nur kleine Elemente. „Wenn es einen Gesamtbegriff gibt, der das Album beschreibt, dann ist es minimal. Denn der Grundgedanke, der in allen musikalischen Bereichen des Albums zu finden ist, ist das Minimalistische“, erklärte Schumacher vor einigen Wochen gegenüber dem „Journal“. Neben Jazz und Minimal-Techno sind auf der Platte auch klassische Elemente sowie Gitarrensounds zu finden. Das alles in einem Mix, der phasenweise träumerisch wirkt, an anderer Stelle voller Energie ist. Somit erwartete das Publikum der Philharmonie am Samstagabend ein Programm, mit dem sicherlich einige so nicht gerechnet hatten.

Idee eines Gesamtkonzepts

Nach den ersten rund 15 Minuten atmosphärischen Aufbaus, in denen die einzelnen Musiker nach und nach einstiegen, erfolgte der erste eindringliche musikalische Ausschlag nach oben. Volle Bässe treffen auf grazile Streicher und subtile Gitarrenklänge. Im Folgenden wechselten sich ruhige, ja fast idyllische Passagen mit solchen ab, zu denen man sich am liebsten bewegen möchte. Neben der eigentlichen Musik spielte aber auch der visuelle Teil eine wichtige Rolle. Denn laut Raphael Junker, dem Manager von Schumacher, war es seit Beginn des Projekts Teil des Gesamtkonzepts, eine durchchoreografierte Lichtshow mit Projektionen zu inszenieren. Eine Kombination, die so wohl noch kein luxemburgischer Musiker umgesetzt hat.

Mut für Neues

Jedoch ist „Drops & Points“ nicht nur das Resultat des künstlerischen Schaffens von Schumacher. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem französischen Gitarristen Maxime Delpierre und dem Produzenten Joachim Olaya entstanden. Mit Letzterem hatte der Luxemburger bereits einige Male zusammengearbeitet. Die Kooperation mit Delpierre war jedoch eine Premiere.

Das Resultat ist, wenn man die vorigen Werke von Schumacher noch im Ohr hat, ungewohnt. Doch nach mehrfachem Anhören weiß das Album zu überzeugen. Und auch wenn einem „Drops & Points“ nicht gefällt, zeigt dieses Album doch einen Umstand: Dass Pascal Schumacher nicht nur die kreative Fähigkeit hat, sondern auch den Mut, Neues zu wagen und sich nicht auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Dafür gilt ihm und allen Beteiligten Respekt.